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Deine Freunde

„Wir sind keine Spaßpartei“

Von Peter Berger, 31.08.09, 18:27h, aktualisiert 02.09.09, 14:23h

Die Wählergemeinschaft „Deine Freunde“ hat mit 0,78 Prozent den Sprung in den Stadtrat geschafft. Für Thor Zimmermann keine große Überraschung. Der neue Ratsherr konnte Künstler und Freiberufler für seine Wählergemeinschaft gewinnen.

Thor Zimmermann
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Thor Zimmermann zieht in den Stadtrat ein. (Bild: Bause)
Thor Zimmermann
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Thor Zimmermann zieht in den Stadtrat ein. (Bild: Bause)
Leicht übernächtigt sitzt er im Straßencafé am Ehrenfelder Bahnhof. „Natürlich haben wir unser Ratsmandat erstmal gefeiert. Wir mussten ja relativ lange warten, bis das klar war. Da ist es doch ziemlich spät geworden.“ Dass die Wählergemeinschaft „Deine Freunde“ mit 0,78 Prozent, in absoluten Zahlen sind das 2911 Stimmen, mit einem Sitz den Sprung in den Stadtrat geschafft hat, war für Thorr Zimmermann keine große Überraschung. „Unsere Gruppe existiert seit März. Wir haben ungefähr 50 Unterstützer. Der harte Kern sind 20 Leute.“ Die Namenswahl „Deine Freunde“ war eher „ein Joke“, es habe mal Anfang der 90er Jahre eine Studentenliste gleichen Namens gegeben. „Wir sind keine Spaßpartei, lassen uns aber den Humor nicht nehmen.“

In Ehrenfeld vertreten

Aber was dann? Der neue Ratsherr, der in Ehrenfeld gegenüber dem Café Sehnsucht einen kleinen Kunstladen betreibt und halbtags als Monteur im Werkladen in der Südstadt arbeitet, hat zwar wenig Ahnung von der Arbeitsweise eines Stadtrats, aber bereits ziemlich genaue Vorstellungen von dem, was er erreichen will. „Als einer von 90 ist der Einfluss natürlich begrenzt, aber es wäre doch schon etwas gewonnen, wenn es gelänge, die Situation im Rat etwas zu entkrampfen.“ Als Beispiel führt der 43-Jährige die Diskussion um die Skater auf der Domplatte an. „Ich halte diese Debatte für völlig überzogen. Wenn man die Touristen mal fragen würde, ob die Skater stören, da wird sich keiner drüber aufregen. Vielleicht sollten wir einfach mal den Ball etwas flacher halten.“

„Deine Freunde“ sind in erster Linie Ehrenfelder. Sie vertreten für Zimmermann ein Milieu, das „auch von den Grünen nicht mehr abgedeckt wird“. Es sind Freiberufler, Künstler, Menschen mit einer „hedonistischen Lebensweise, auch wenn es das nicht richtig beschreibt“. In 29 von 45 Wahlbezirken ist die Gruppierung angetreten, „wir hätten auch alle 45 Bezirke besetzen können, leider ist es uns aber nicht gelungen, überall die 20 Unterstützer-Unterschriften zu sammeln.“

Er habe noch „keine Ahnung“, wie das jetzt mit seinem Stadtrats-Dasein weitergehen werde. „Ich vermute mal, dass ich einen Brief oder einen Anruf von der Stadt erhalten werde. Die konstituierende Sitzung ist ja erst Ende Oktober.“ Dass auf „Deine Freunde“ eine Menge Kärrner-Arbeit zukommt, ist Thor Zimmermann schon bewusst. Wie stellt man einen Antrag? Wie kommt man in einen Ausschuss? Am Anfang sei es besonders wichtig, „dass die Kleinen sich irgendwie zusammentun, um die Rechtsextremen von Pro Köln aus möglichst vielen Ratsausschüssen herauszuhalten.“

Thor Zimmermann, der in Oslo geboren wurde und 1987 aus Sindelfingen zum Zivildienst nach Köln kam, kann sich durchaus vorstellen, nach einer halben Ratsperiode an seine Mitstreiterin Ute Symanski abzugeben, die auf Platz zwei der Liste den Einzug ins Stadtparlament verfehlt hat. „Wir hätten gar nicht gedacht, wie leicht es in unserer Demokratie ist, sich zu engagieren. Wenn man mal bedenkt, dass wir unsere Wählergruppierung erst im Mai angemeldet haben.“ Jetzt habe man fünf Jahre Zeit, „Deine Freunde“ auf eine breitere Basis zu stellen. „Wir wollen schließlich nicht, dass das eine Eintagsfliege bleibt.“



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