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Kleinkinder

Von Pustefix bis Poop-Alarm

Von Willi Feldgen, 02.09.09, 21:36h

Kleinkinder bekommen jedes Jahr Spielsachen für 143 Euro. Vor vier Jahren wurden dafür 101 Euro ausgegeben. Die Kölner Fachmesse Kind + Jugend schafft jetzt mehr Platz für ihre Aussteller.

Kinder
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Kindern gegenüber zeigen sich die Menschen in Deutschland immer großzügiger: Die durchschnittlichen Ausgaben für Kinder-Spielzeug sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. (Bilder: ddp, dpa)
Kinder
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Kindern gegenüber zeigen sich die Menschen in Deutschland immer großzügiger: Die durchschnittlichen Ausgaben für Kinder-Spielzeug sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. (Bilder: ddp, dpa)
Rollwagen
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Ein Rollwagen aus der Schweiz.
Rollwagen
KÖLN - An den Ausgaben für die Kleinsten wird in Deutschland nicht gespart. Für durchschnittlich 143 Euro pro Jahr bekommt jedes Kleinkind bis zu drei Jahren Spielzeug geschenkt. Vor vier Jahren wurden dafür erst 101 Euro ausgegeben, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Spielwaren-Einzelhandelsverbandes, Steffen Kahnt, in Köln. Dabei achteten die Deutschen auf Qualität, Marke und Sicherheit. „Lieber gut als viel schenken ist das Motto“, sagte Kahnt anlässlich der bevorstehenden Fachmesse Kind + Jugend (17. - 20. September) in Köln.

Für 2009 wird eine weitere Steigerung der Spielzeugausgaben für Kleinkinder um drei Prozent auf 300 Millionen Euro erwartet.

Die Kölner Messe Kind + Jugend, deren Schwerpunkt früher auf Kinderbekleidung lag, hat sich zu einer „Hartwaren“-orientierten Veranstaltung gewandelt. Der Anteil der Hersteller von Kinderwagen, Kinder-Sicherheitssitzen, Kindermöbeln, Hygieneartikeln sowie Baby- und Kleinkindspielzeug liege bereits bei 73 Prozent, sagte Messe-Geschäftsführer Oliver Kuhrt. Als Neuheiten werden zum Beispiel ein Kinderwagen mit Mp 3-Anschluss sowie integriertem Lautsprechersystem gezeigt sowie ein „Poop Alarm“, der Eltern per Melodie und Lichtsignal anzeigt, wann sie die Windel ihres Kindes wechseln sollten.

Die weltgrößte Messe für Kinderausstattung wird 2009 um 20 000 auf 100 000 Quadratmeter erweitert, kündigte Kuhrt an. Dabei bleibt die Zahl der Aussteller mit 776 (davon fast 80 Prozent aus dem Ausland) nahezu unverändert. Es gibt aber starke Verschiebungen: So sind 241 Unternehmen erstmals auf der Messe vertreten. Dazu gehören etwa Gautier, Ed Hardy, VTech, Pustefix und Sitting Bull. Viele Aussteller von früher gebe es heute gar nicht mehr. Als Beispiele dafür wurden aus der Kindermode Hummelsheim, Boy, Pony, Tila und Schiesser genannt.

Horst Dörfler, Vorsitzender des Fachbeirates der Kind + Jugend, äußerte sich im Vorfeld der Messe ausführlich zu den erschreckenden Ergebnissen der „Stiftung Warentest“ beim Test von Kinderwagen. Hier seien die gleichen Schadstoffe wie 2006 bei einem Test von Kinder-Buggies festgestellt worden: Dieser „Chemiecocktail“ aus Teerölen, PVC-Weichmachern, Flammschutz- und Lösemitteln sei krebserregend, Neurodermitis auslösend und beeinflusse das Hormonsystem negativ, sagte Dörfler.

Der Handel sei davon ausgegangen, dass nach 2006 ein grundsätzliches Umdenken bei den Lieferanten eingesetzt hätte. Nun, wo das offenbar nicht der Fall sei, müsse man sich der Forderung anschließen, die für Spielzeug geltenden Umwelt- und Schadstoffvorschriften künftig auch auf Kinderwagen und die gesamte Kinderausstattung anzuwenden.

Die Preise für Kindermode und Spielzeug sollen 2009 stabil bleiben. „Angesichts der Wirtschaftskrise ist jetzt nicht die Zeit für Preiserhöhungen“, sagte Steffen Kahnt vom Spielwaren-Einzelhandelsverband. Die Preise für Hartwaren - wie zum Beispiel Kinderwagen - seien sogar zurückgegangen.



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