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Ratssitzung

Schramma verlässt wortlos den Saal

Von Helmut Frangenberg, 11.09.09, 19:16h, aktualisiert 11.09.09, 20:53h

Nach neunjähriger Leitung beendete Fritz Schramma die letzte Sitzung der Legislaturperiode mit einem wortlosen Abgang. Ein großes Streit-Thema war der Bau einer Skateranlage. Doch den Oberbürgermeister zog es zum Straßenfest in den Kulissen der „Lindenstraße“.

Fritz Schramma
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Fritz Schramma. (Bild: ddp)
Fritz Schramma
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Fritz Schramma. (Bild: ddp)
Skaten auf der Domplatte
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Die Skater von der Domplatte waren eines der Themen der letzten Ratssitzung. (Archivbild: Grönert)
Skaten auf der Domplatte
„Man könnte den Eindruck gewinnen, es habe eine Abwrackprämie für alte Verwaltungsvorlagen gegeben“, meinte FDP-Fraktionschef Ralph Sterck angesichts von über siebzig Beschlussvorlagen aus der Stadtverwaltung, über die der Rat in seiner letzten Sitzung abstimmen musste: Neben den wegweisenden Entscheidungen zur Archäologischen Zone auf dem Rathausplatz, dem Neubau des Historischen Archivs und der schrittweisen Umwandlung des Deutzer Hafens standen vor allem eine Vielzahl von weiteren Bauprojekten auf der Tagesordnung, für die sich die Stadtverwaltung noch „grünes Licht“ geben ließ. Heftig gestritten wurde noch einmal über den Bau einer Skateranlage im Rheinauhafen. CDU und vor allem die FDP wollten mit der Entscheidung für die neue, aber nicht ganz billige Attraktion ein Skaterverbot auf der Domplatte durchsetzen. Das sei „Ordnungspolitik mit der Peitsche anstatt einer liberalen Großstadtpolitik, die auf Angebote setzt“, wetterte die SPD, die zusammen mit Grünen und Linken den Zusatzantrag der FDP ablehnte.

Lindenstraße statt Rathaus

Während mehrere Neu- und Anbauten für Schulen beschlossen wurden, mussten die vor der Tür protestierenden Lehrer, Eltern und Schüler der privaten Michaelischule einmal mehr auf ein klares Votum der Politik für ihren seit langem geplanten Neubau am Volksgarten warten. Die städtische Gebäudewirtschaft beharrt auf einem Pachtzins, den die Schule nach eigener Ansicht nicht zahlen kann.

Für das größte Staunen sorgte der Abgang von Oberbürgermeister Fritz Schramma in seiner letzten Ratssitzung. Er ging mitten in der Sitzung und kam nicht mehr wieder, was selbst seine Parteifreunde überraschte. Auch Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, die die Sitzung weiter leitete, hatte damit gerechnet, dass Schramma noch einmal wieder kommen würde. Sie hatte ein paar Worte zum Abschied vorbereitet. Doch der OB traf sich derweil mit Teilnehmern des Kongresses der Stiftung „Lebendige Stadt“ zu einem „Straßenfest“ in den Kulissen der „Lindenstraße“ auf dem WDR-Gelände in Bocklemünd, um zu späterer Stunde zwischen Höhnern und Ehrengarde ein Grußwort zu halten. So endete die letzte Sitzung der Legislaturperiode, als wäre es eine wie viele gewesen. Der Oberbürgermeister hatte sich nach neun Jahren Sitzungsleitung für einen Abgang ohne Worte und ein buntes Treiben am anderen Ende der Stadt entschieden. Es sei immer klar gewesen, dass der OB nicht wieder kommen würde, sagte sein Sprecher Gregor Timmer. Ein offizieller Abschied für den alten Rat sei nicht geplant. Ob und wie Schramma verabschiedet werde, sei Sache seines Nachfolgers. Der tritt am 21. Oktober sein Amt an. Der neue Stadtrat trifft sich erstmals am 29. Oktober.



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