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Studio

Die Bühne als Sprachspielplatz

Von Jessica Düster, 16.09.09, 20:39h

Die Studiobühne setzt sich mit Gertrude Stein auseinander. Heidrun Grote von der Theatergruppe „c.t. 201“ hat „weiter anfangen. Wir fangen an“ inszeniert und sich mit dem Projekt über Steins Werk viel vorgenommen.

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Szenenbild aus „weiter anfangen. Wir fangen an“. (Bild: Weimer)
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Szenenbild aus „weiter anfangen. Wir fangen an“. (Bild: Weimer)
Ein bisschen erinnert die Bühne an das Kinderparadies im schwedischen Möbelhaus, nur das die beiden rot und blau gekleideten Frauen und der Mann in Grün nicht mit Bällen spielen, sondern zwischen, mit und auf unterschiedlich großen Würfeln aus Holz, die sie in Throne verwandeln, auf denen sie trommeln und mit denen sie schreiben.

Es geht um Worte an diesem Abend, mehr noch um fließende Sätze ohne die sicheren Grenzen der Interpunktion, scheinbar zusammenhanglos und doch verbunden im Rhythmus ihres Klangs. Regisseurin Heidrun Grote von der Theatergruppe „c.t. 201“ hat sich viel vorgenommen mit ihrem Projekt über das Werk Gertrude Steins.

Der abstrakte, am Kubismus orientierte Stil der Schriftstellerin gilt gemeinhin als sperrig und unlesbar. Gemeinsam mit der Künstlerin und Bühnenbildnerin Katja Butt hat Grote jedoch einen ebenso überzeugenden wie unterhaltsamen Weg gefunden, einen Querschnitt aus Steins Texten sinnlich zugänglich zu machen, ohne eine aufgesetzte Handlung zu bemühen.

Wunderbar, wie Christine Kättner, Aurélie Thépaut und Tobias Novo mit großen Augen Wörter probieren und scheinbar spontan Szenarien erfinden, als seien sie vergnügt experimentierende Kinder mit blühender Fantasie, die Streifen aus dem papierenen Boden reißen, um daraus Briefe, Brautschleier oder Pistolen zu basteln. Hier wird die Bühne wirklich zum Spiel-Platz und vermeintlich Anstrengendes ganz leicht.

Universitätsstraße 16a. Aufführungen: 17. und 18. September, 20 Uhr. Weitere Termine im Dezember.



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