Von Hans-Jürgen Deglow, 22.09.09, 22:39h, aktualisiert 23.09.09, 09:26h
Auslöser der Yeah-Welle auf deutschen Marktplätzen war ein Foto, das in der Online-Bilderdatenbank Flickr veröffentlicht wurde. Es zeigte ein CDU-Plakat mit der Ankündigung des Merkels-Besuchs in Hamburg. Daneben hatte ein Unbekannter die Worte gekritzelt: „Und alle so: Yeaahh.“ Die Botschaft wurde über Twitter und Blogs transportiert, und die Kanzlerin kam schließlich zu ihrem Aha-Erlebnis. In Mainz wiederholten die Protestler sogar einzelne Wörter aus Merkels Rede. „Wachstum“, „Hintertür“.
Man wolle die Regierungschefin nicht beleidigen, sondern es gehe darum, die Worthülsen der Politik herauszustellen, erklärte einer der Aktivisten. Das „Yeah“ als Ausrufezeichen derer, denen der Wahlkampf viel zu langweilig ist, und die die Anarchie des Internets vor die Rednertribünen tragen. Vielleicht auch inspiriert von der Sehnsucht nach ein bisschen Obama. „Yeah, we can“, kommentierte ein Blogger die Aktion. Während Merkel den Chor in Hamburg noch ignoriert hatte, riss ihr in Mainz der Geduldsfaden. „Es kann ja nicht schaden, wenn man noch mehr kann, als nach jedem Satz Yeah zu schreien“, sagte sie mitten in ihrer Passage zur Bildungspolitik.
Die Politisierung des „Blitzauflaufs“ entzweit indes die Flashmob-Fraktion. Ein Lager schätzt allein den kollektiven Spaß und würde wohl Horst Schlämmer wählen, zum anderen Lager gehört das Online-Kampagnennetzwerk Campact, das rein politische Ziele verfolgt und Union und FDP wegen ihrer Atompolitik attackiert.
Für die Bonner Soziologin Kathrin Würtz, die Flashmob erforscht, sind Blitzaufläufe mit dem Erlebnis eines Popkonzertes vergleichbar. „Leute, die sich gar nicht kennen, haben zusammen Spaß und gehen dann wieder getrennte Wege. Neu ist allerdings die Verquickung von virtueller und realer Welt.“
Bullshit!
24.09.2009 | 15.46 Uhr | 7gebirge
Auch "Schwarznase" sollte wissen, dass der Verlagschef H. NevenDumont der FDP nahe steht. Diese unsäglichen Unterstellungen eines…
Der KSTA tut aber wirklich alles
23.09.2009 | 11.40 Uhr | Schwarznase
Der KSTA tut aber auch wirklich alles, um schwarz-Gelb zu verhindern. Gehört der MDS-Verlag mittlerweile auch der SPD-eigenen Medienholding an?…
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