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Feuerwehrübung

Kinder aus dem Nebel gerettet

Von Steffi Breitbarth, 24.09.09, 09:54h, aktualisiert 24.09.09, 09:56h

Die Feuerwehr übte in der Grundschule Kirchstraße unter realistischen Bedingungen: Dichte Rauchschwaden kriechen aus dem Eingang des alten Schulgebäudes an der Kirchstraße. Kinder stehen an den Fenstern des brennenden Hauses und schreien um Hilfe.

Übung Brandopfer
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Jörn Aust (rechts) vom DRK Solingen verwandelt die zwölf Kinder der Jugendfeuerwehr mit ein wenig Schminke in Brandopfer. (Bild: Berg)
Übung Brandopfer
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Jörn Aust (rechts) vom DRK Solingen verwandelt die zwölf Kinder der Jugendfeuerwehr mit ein wenig Schminke in Brandopfer. (Bild: Berg)
Feuerwehrübung
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Kinder in Not: Bei der Feuerwehrübung am Dienstag mussten die Einsatzkräfte mehrere Kinder mittels Drehleiter aus dem zweiten Stock des Schulgebäudes an der Kirchstraße retten. Die zwölf vermeintlichen Opfer waren nach einer knappen halben Stunde in Sicherheit. BILDER: BRITTA BERG
Nebelmaschine Übung Feuerwehr
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Bei der Übung kommt der Rauch aus der Nebelmaschine.
Feuerwehrübung
Nebelmaschine Übung Feuerwehr
Leichlingen - Vor dem Eingang liegt ein Junge. Sein Körper ist verdreht, er blutet und wimmert vor Schmerzen.

So könnte er aussehen: der Ernstfall. Am Dienstag jedoch kam der Rauch aus Nebelmaschinen, die Wunden sahen dank Theaterschminke zwar echt aus, waren es aber glücklicherweise nicht. Was hier täuschend echt wirkte, war eine Einsatzübung der Leichlinger Feuerwehr. Die Wehrleute der vier Löschzüge Stadtmitte, Oberschmitte, Metzholz und Witzhelden wussten im Vorfeld nur, dass eine Übung angesetzt ist. Ort und Art des Einsatzes seien ihnen jedoch nicht bekannt, erklärte Thomas Schmitz, Sprecher der Feuerwehr Leichlingen. Um 19.15 Uhr erreichte der Notruf die Leitstellen. Abgesetzt wurde er von Rektor Winfried Reichwald, der diese Aufgabe wohl auch im Ernstfall übernehmen würde.

Allerdings war der Notruf von Reichwald nicht der einzige. Auch besorgte Anwohner hatten der Feuerwehr die Rauchentwicklung in der Grundschule gemeldet. Kaum fünf Minuten nach dem Anruf des Rektors traf bereits der erste Löschzug ein. Nach einer kurzen Lagebesprechung mit Rektor Reichwald wurde der Einsatzort in drei Bereiche unterteilt: Menschenrettung, Brandbekämpfung und Wasserversorgung. Zeit für nette Worte blieb da kaum. Kurz und knapp wurden Anweisungen direkt oder per Funk gegeben. „Personen im ersten und zweiten Obergeschoss. Drehleiter anfordern“, sprach einer der Wehrmänner in sein Funkgerät.

Seine Kollegen rüsteten sich derweil mit Sauerstoffflaschen und Atemmasken für den Einsatz in dem verqualmten Gebäude. Auf allen vieren, in der Hand eine Axt, krochen sie in die Schule. Ein Kollege behielt draußen die Zeit im Auge. „Die Männer haben nur Luft für etwa 30 Minuten“, erklärte Schmitz.

Christopher Brandenburg - der Junge, der blutend vor dem Gebäude lag - wurde zwischenzeitlich versorgt und auf einer Trage aus dem Gefahrenbereich gebracht. Er war einer von zwölf Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr, die bei diesem Einsatz die Opfer spielten. „Um Hilfe rufen und Aua sagen“, das sei sein Job, sagte der Zwölfjährige vor Beginn der Übung. Seine jungen Kollegen, die im zweiten Stock auf ihre Rettung warteten, mussten besonders mutig sein. Denn sie wurden mit der fahrbaren Drehleiter aus dem Gebäude geholt. Für die Rettung aus dem ersten Stock genügte den Einsatzkräften eine tragbare Leiter. Während die Kinder gerettet wurden, stellten zwei Feuerwehrmänner vor der Eingangstür ein Gerät auf, das wie ein zu groß geratener Ventilator aussah.

Als die Einsatzkräfte den Motor des Gerätes starteten, schallte ohrenbetäubender Lärm über den Schulhof. „Das ist ein Lüfter“, erklärte Schmitz. Mit ihm wird der Rauch buchstäblich aus dem Gebäude geblasen, so fern zuvor auf der anderen Seite eine Öffnung geschaffen wurde. Knapp eine halbe Stunde, nachdem die Feuerwehr alarmiert wurde, waren alle zwölf Kinder von den rund 60 Einsatzkräften aus dem Gebäude gerettet worden.

Etwa alle zwei Monate probten die vier Löschzüge gemeinsam den Ernstfall, erklärte Schmitz. Das sorge unter anderem auch dafür, dass man die Örtlichkeiten kenne. Bei der Nachbesprechung musste nicht viel kritisiert werden. „Die Einsatzkräfte wurden vom Einsatzleiter gelobt. Es war eine gute Zusammenarbeit der Löschzüge“, resümierte der Pressesprecher.



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