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Stimmen

Bitteres Ergebnis für die SPD

Von F.A. Heinen, 27.09.09, 23:15h, aktualisiert 28.09.09, 11:07h

Kreis Euskirchen - WAHLNIEDERLAGE Helga Kühn-Mengel war den Tränen nahe

Kreis Euskirchen. Das war wohl einer der bittersten Tage für Helga Kühn-Mengel, zeitweilig war sie den Tränen nahe. Gestern erlebte die SPD-Bundestagsabgeordnete und Patientenbeauftragte der bisherigen Bundesregierung einen rasanten Stimmenverlust gegenüber früheren Wahlen. Sie verlor im Wahlkreis 93 gute zehn Prozent Anteil bei den Erststimmen und über 11,5 Prozent bei den Zweitstimmen für die SPD.

„Das ist bitter“, sagte die engagierte Politikerin, für die bis zum späten Abend noch nicht einmal feststand, ob sie überhaupt wieder über die Reserveliste in den Bundestag kommen wird. Die Ursachen des Debakels sah sie in der allgemeinen Entwicklung ihrer Partei: „Es zeichnet sich schon lange ab, dass die Leute das Profil der sozialdemokratischen Partei nicht erkennen.“

Auch die CDU musste in geringem Ausmaß Stimmenverluste hinnehmen. Gleichwohl hat ihr Kandidat Detlef Seif aus Weilerswist sein Ziel mit Bravour erreicht. Er bekam mit gut 43 Prozent aller Erststimmen per Wählervotum einen Vertrauensvorschuss, den er nun in Berlin in konkrete Politik umsetzen muss. Seif lag damit weit über dem Zweitstimmenanteil der Union mit 36,7 Prozent.

„Das brauchte die CDU“

Der Weilerswister selbst wertete seinen Erfolg auch im Hinblick auf den aktuell angeschlagenen CDU-Kreisverband positiv: „Das brauchte die CDU jetzt.“ Seine weiteren Pläne: „Montag buche ich den Flug nach Berlin, Dienstag ist konstituierende Sitzung der CDU-Landesgruppe NRW und der CDU / CSU-Bundestagsfraktion.“ Vielleicht habe es auch etwas geholfen, dass seine Frau und die Tochter ihm am Sonntagmorgen einen kleinen Schutzengel überreichten.

Seif hoffte, dass sowohl die FDP-Kandidatin Gabriele Molitor als auch Helga Kühn-Mengel ebenfalls Sitz und Stimme in Berlin bekommen würden: „Drei Abgeordnete können mehr bewegen als einer.“ Die FDP darf sich als ganz großer Gewinner der Wahl freuen. Ihre Kandidatin Gabriele Molitor könnte über die Landesliste den Sprung nach Berlin schaffen. Kreisparteichef Markus Herbrand und das Flaggschiff der FDP auf Landesebene, Innenminister Dr. Ingo Wolf, strahlten gestern bei der Wahlparty im Kreishaus von einem Ohr zum anderen.

Zwar legten die Grünen geringfügig zu, aber wirklich befriedigen konnte das die Kandidatin Dorothee Kroll nicht. Sie tröstete sich mit dem Bundesergebnis: „Da sind wir immerhin zweistellig geworden.“ Mit der absehbar schwarz-gelben Koalition in Berlin befürchtet sie nun „das Schlimmste: ab Montag werden die Grausamkeiten ausgepackt, Steuererhöhungen beispielsweise.“

Auch die Linkspartei war zufrieden, wie Kandidatin Anita Heinemeyer sagte: „Als Partei sind wir hoffähig geworden. Ich war angetreten, um die Partei wählbar zu machen, nicht, um die CDU zu überholen.“



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