Von Christoph Hahn, 28.09.09, 18:38h
Höhepunkt ist ein feierliches Pontifikalamt, das der Abt am heutigen Dienstag von 9.45 Uhr an feiert. Schon zur Eröffnung der Festtage am Sonntag waren viele Besucher gekommen - so viele, dass die Führung durch das Kloster sogar wiederholt werden musste.
Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Mariawald Abtei wurde, hatte das Haus bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1795 unter napoleonischer Herrschaft geschlossen, wurde die Kirche in der Folge von den Bewohnern der umliegenden Orte zur Gewinnung von Baumaterial regelrecht ausgeschlachtet. Sie wurde dadurch im Laufe der Zeit zu einer Ruine.
Durch Bismarcks Kulturkampf vertrieben
1860 wagten sich Mönche aus Oelenberg im Elsass an eine Neugründung, um nur 15 Jahre später im Zuge von Bismarcks Kulturkampf wieder vertrieben zu werden. 1887 durften die Trappisten zurückkehren, mussten ihr Zuhause zwischen 1941 und 1945 auf Geheiß der nationalsozialistischen Machthaber aber vorübergehend wieder räumen.
Mit der dreitägigen Festfolge endet zugleich die erste Phase eines Projekts, für das der heutige Abt Dom Josef Vollberg, der seit 2005 als Oberer des Hauses fungiert, viel Kritik geerntet hatte. Ihre Messfeiern haben die Mönche inzwischen vollständig auf den alten tridentinischen Ritus umgestellt. Auch das restliche Leben in den Klostermauern soll nach und nach traditionellen Normen angeglichen werden.
Es gibt wieder Nachwuchs
Der Erfolg scheint dem Abt Recht zu geben: Nachdem die Zahl der Patres und Brüder inzwischen auf rund ein Dutzend zusammengeschmolzen war, gibt es nun wieder Nachwuchs: drei Postulanten und einen Novizen.
Normalerweise leben und wirken die Trappisten in Mariawald abgeschirmt von der Außenwelt. Das war zwar auch an den drei Feiertagen so. Doch zumindest konnten die Besucher einen Blick hinter die Klostermauern werfen: beispielsweise bei einer Führung, die - in Mariawald alles andere als selbstverständlich - nicht nur männlichen, sondern auch weiblichen Gästen offen stand. Darüber hinaus sorgte ein Vortrag des Heimbacher Heimatforschers Helmut Breuer im Kapitelsaal für neue Einblicke in die Geschichte der Abtei.
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