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Grabsch im Gespräch

„Es werden keine Tränen fließen“

Erstellt 02.10.09, 19:14h

Radsportler Ralf Grabsch über sein Abschiedsrennen, das am Sonntag in Hürth startet und den wohl emotionalsten und unvergesslichsten Moment seiner Karriere.

Ralf Grabsch
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Tour de France-Start 2006 in Straßburg für Ralf Grabsch. (Bild: Getty)
Ralf Grabsch
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Tour de France-Start 2006 in Straßburg für Ralf Grabsch. (Bild: Getty)
KÖLNER STADT-ANZEIGER: Herr Grabsch, am Sonntag steht Ihr Abschiedsrennen an. Mit wie viel Wehmut werden Sie auf das Rad steigen?

RALF GRABSCH: Naja, ich hatte ja ein Jahr Zeit, mich darauf einzustellen und bin inzwischen als Sportlicher Leiter des Teams Milram sozusagen auf der anderen Seite tätig. Also gehe ich in erster Linie mit Vorfreude an den Start.

Es werden also keine Tränen fließen?

Nein. Vor einem Jahr wäre das vielleicht noch anders gewesen.

In 13 Jahren als Profi-Radsportler gab es also deutlich emotionalere Augenblicke?

Ja klar, meinen ersten Start bei der Tour de France werde ich nie vergessen. Der Moment, als ich 2006 beim Prolog in Straßburg von der Start-Rampe in die Gesichter der vielen Zuschauer geblickt habe, war schon unbeschreiblich.

Waren die insgesamt drei Starts bei der Tour de France denn auch die größten sportlichen Erfolge?

Ja, schon. Hinzu kommt aber sicherlich auch der Gewinn der WM-Bronzemedaille 1994 im Vierer-Mannschaftszeitfahren in Italien.

Wie stehen denn die Chancen, dass am Sonntag ein weiterer Erfolg hinzu kommt?

Könnte schon sein, dass ich gewinne. Ich hoffe jedenfalls, dass die anderen Fahrer mich nicht zu sehr ärgern werden.

Welche prominenten Fahrer könnten Ihnen den Sieg denn streitig machen?

Es haben viele gute Fahrer zugesagt. Mit André Greipel und Gerald Ciolek kommen zwei Profis, die zuletzt bei der Vuelta Etappen gewonnen haben. Zudem starten Linus Gerdemann, mein Bruder Ralf, Jens Voigt, Marcel Wüst und Michael Rich. Leider musste Andreas Klöden kurzfristig verletzt absagen.

Die Arbeit als Organisator hat sich also gelohnt?

Ja, wobei es schon stressig war. Immerhin standen in den letzten Wochen mit der Vuelta und den Weltmeisterschaften wichtige Ereignisse an. Zudem haben für mein Team und mich bereits die Planungen für 2010 begonnen.

Sind denn dabei schon Entscheidungen gefallen?

Wir konnten den U-23-Fahrer Dominik Nerz verpflichten. Und stehen in Verhandlungen mit einem weiteren deutschen Nachwuchsfahrer, dessen Namen ich aber noch nicht nennen kann.

Junge, deutsche Fahrer haben also besonders gute Chancen bei Ihnen?

Ja, denn ich denke, wir haben da als einziges deutsches Topteam eine Verpflichtung gegenüber dem heimischen Radsport.

Wie sehen Sie denn die Zukunft Ihrer Sportart nach den vielen negativen Ereignissen und Dopingenthüllungen der vergangenen Jahre?

Es ist schwer zu sagen, wie es weitergeht. Schließlich ist viel Negatives passiert und nicht alles bereinigt. Aber ich weiß auch, dass wir in Deutschland über ein extrem hartes Kontrollsystem verfügen und es viele junge, talentierte Fahrer gibt, die eine echte Chance verdient haben.

Sehen Sie für sich als Sportlicher Leiter auch eine persönliche Verantwortung?

Wir haben als Team klare Vorgaben. Beispielsweise würden wir nie einen vorbelasteten Fahrer verpflichten. Ich erwarte aber auch, dass unsere Fahrer die Zeichen der Zeit verstanden haben und wissen, was erlaubt ist und was nicht.



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