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Interview

„Köln ist kein langsamer Kurs“

Erstellt 05.10.09, 18:22h, aktualisiert 28.09.10, 15:54h

Spitzen-Siegerzeit und so viele Teilnehmer wie noch nie: 2009 war das Jahr der Rekorde beim Köln-Marathon. Dementsprechend zufrieden zeigte sich auch Marathon-Chef Harald Rösch im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Harald Rösch
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Harald Rösch. (Bild: Archiv)
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Harald Rösch. (Bild: Archiv)
KÖLNER STADT-ANZEIGER: Der Hauptsponsor Ford ist abgesprungen. Es steht kaum Geld für Spitzenathleten zur Verfügung, und dennoch fällt der Streckenrekord. Wie geht das?

HARALD RÖSCH: Darüber habe ich mich riesig gefreut. Unser Athleten-Verpflichter Hans-Günther Stieglitz hat ganze Arbeit geleistet. Wir haben eine große Gruppe von Läufern aus Kenia verpflichtet, die alle um 2:10 Stunden laufen können, in der Hoffnung, dass sie möglichst lange zusammenbleibt. So richtig haben wir nicht gewusst, welche Läufer nach Köln kommen. Aber es hat alles vorzüglich geklappt. Hans-Günther Stieglitz ist mehrfach an die Strecke gefahren und hat richtig Druck gemacht.

Es heißt, der Köln-Marathon hätte für den Spitzensport 200 000 Euro zur Verfügung.

HARALD RÖSCH: Zu den Finanzen sagen wir grundsätzlich nichts. Deshalb kann ich diese Zahl weder bestätigen noch dementieren. Eins war aber immer klar: Wir finanzieren den Spitzensport nicht über die Teilnehmerbeiträge. Nur zum Vergleich: Das Antrittsgeld von Haile Gebrselassie in Berlin war höher als unser Gesamtbudget für die Topathleten.

Wie wichtig ist der Streckenrekord?

HARALD RÖSCH: Enorm wichtig. Wir haben endlich unter Beweis gestellt, dass der Kurs mit seinen vielen Kurven doch nicht so langsam ist, wie immer behauptet wurde. Und das trotz Regen, der die Spitzengruppe bei Kilometer 27 einmal voll erwischt hat. Glücklicherweise kam danach die Sonne zum Vorschein.

Erleichtert das die Suche nach einem neuen Hauptsponsor?

HARALD RÖSCH: Wenn wir immer schönes Wetter garantieren könnten, vermutlich schon. Aber mal ernsthaft: Natürlich hoffen wir, dass wir mit diesem hervorragenden Rennen mit 32 000 Anmeldungen und einem Foto-Finish auf uns aufmerksam gemacht haben.

Wobei knapp 9000 erst gar nicht an den Start gegangen sind.

HARALD RÖSCH: Diesen Trend stellen wir seit ein paar Jahren fest. Vielleicht liegt es daran, dass wir eine Rücktrittsversicherung eingeführt haben, die das Startgeld zurück erstattet.

Was muss sich verbessern?

HARALD RÖSCH: Wir haben den Start durch die Einführung des Reißverschlusssystems beschleunigt. Die Letzten waren 25 Minuten nach dem Startschuss auf der Strecke. Das war schon besser, zumal sich die Blocks gegenseitig angefeuert haben, aber noch nicht optimal.

Wird das Rennen 2010 auch dann stattfinden, falls sich kein neuer Hauptsponsor findet?

HARALD RÖSCH: Mit Sicherheit. Der Termin steht. Die 14. Auflage ist am 3. Oktober 2010. Wir werden uns anstrengen müssen, um dieses Jahr zu toppen.

Das Gespräch führte Peter Berger

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