Von Anja Katzmarzik, 05.10.09, 21:34h, aktualisiert 05.10.09, 22:29h
„Mir sind Orden eigentlich eher peinlich“, gestand die Geehrte, die 1998 bereits das „Verdienstkreuz am Bande“ und 2006 das „Große Verdienstkreuz“ des Verdienstordens der Bundesrepublik erhalten hatte. Aber sie freute sich dennoch - für die Sache, für die sie seit mehr als 20 Jahren kämpft. Zu ihrer Ehrung gratulierten als erste ihr Sohn Konstantin Neven DuMont (Vorstand der Mediengruppe DuMont) und Rösraths Bürgermeister Marcus Mombauer.
Die Rösratherin engagiert sich etwa als Kuratoriumsvorsitzende des „Zentrums für Frühbehandlung und Frühförderung“, im Kinderschutzbund, als Weltkindertages-Schirmfrau sowie Mitbegründerin des Roma-Kinderhauses „Amaro Kher“. Und seit 1994 ist sie das Herz der Aktion „wir helfen“, für die 1998 auf Initiative ihres Mannes ein eigener Verein gegründet wurde. Mehr als 22 Millionen Euro von Leserinnen und Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“ konnten seitdem ohne Abzüge an Hilfsprojekte in Köln und der Region weiter gegeben werden.
Ebenfalls aus der Region wurden Helmut Arntz aus Elsdorf und die Kölner Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger dekoriert. Der pensionierte Lehrer engagiert sich seit der Krebserkrankung zweier seiner Schüler vor 20 Jahren für kranke Kinder und gründete die Parodisten-Gruppe „De Brelleschlange“, die für die Kinderkrebshilfe auftritt. Bettina Böttinger erhielt den Orden für ihre Präsenz in der Öffentlichkeit, um für Projekte zu werben, die etwa gegen die Benachteiligungen traumatisierter Frauen eintreten. Sie setzt sich etwa für die Organisationen „Medica Mondiale“ und die Aidshilfe ein.
Rüttgers dankte während der Feierstunde mit klassischer Musik und anschließendem Essen allen 15 für „ihre Kraft, ihrer Mut und ihren Ideenreichtum“. Der Landesvater forderte „eine neue Kultur des Miteinanders“, wie die Geehrten sie lebten, und resümierte: „Das macht sie zu Vorbildern.“ Er zählte die engagierten Frauen und Männer zu einer Elite des Landes - „einer aufgeklärten Elite, jenseits von nationalistischer Enge und verständnisloser Gleichgültigkeit“. Mit ihrer gelebten Solidarität seien sie Zeichen eines aufgeklärten Patriotismus, wie Rüttgers ihn sich mehr wünscht. „Sie setzen Maßstäbe für richtiges Tun.“
Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen wird seit 1986 verliehen. Die Zahl der Landesorden ist auf 2500 begrenzt. 1320 Mal ist er bislang vergeben worden.
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