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Edelweisspiraten

Heruntergekommenes Mahnmal

Von Heribert Rösgen, 07.10.09, 15:40h

Die Gedenkstätte für die Hinrichtungsopfer am Ehrenfelder Bahndamm macht einen ziemlich verwahrlosten Eindruck. Ein Kuratorium soll die Ausgestaltung der Gedenkstätte vorbereiten.

Gedenkstätte
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Am Ehrenfelder Bahndamm (Bild: Rösgen)
Gedenkstätte
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Am Ehrenfelder Bahndamm (Bild: Rösgen)
Ehrenfeld - Einstimmig forderte die Bezirksvertretung Ehrenfeld, dass die Gedenkstätte an der Bartholomäus-Schink-Straße in einen würdigen Zustand gebracht werden soll. Hier erinnert zwar seit dem 9. November 2003 eine Bronzeplatte an die insgesamt 24 Getöteten, die unweit dieser Stelle im Oktober und November 1944 hingerichtet wurden. Den Gesamteindruck des Mahnmals bezeichnete SPD-Bezirksvertreter Jürgen Brock-Mildenberger aber als „beschämend“. „Auf der ganzen Welt gibt es wohl keinen Ort der ehrenden Erinnerung, der in einem solch verwahrlosten Zustand ist“, meinte der Bezirksvertreter. Hier würden weder Respekt vor den Opfern noch die mahnende Erinnerung glaubhaft vermittelt. Am 25. Oktober wurden zunächst elf Zwangsarbeiter und bei einer weiteren Exekution am 10. November 13 Mitglieder der so genannten „Ehrenfelder Gruppe“ hingerichtet, die in der Zeit des Nationalsozialismus Teil der jugendlichen Widerstandsbewegung „Edelweißpiraten“ war. Diese Hinrichtungen wurden ohne ein Gerichtsurteil vollstreckt. Jüngstes Opfer war der damals 16 Jahre alte Bartholomäus Schink, nach dem die Straße heute benannt ist.

Die SPD-Fraktion schlug in ihrem Antrag vor, dass von der Bezirksvertretung Ehrenfeld Geld bereitgestellt werden soll, um den Platz zu einer würdigen Gedenkstätte auszugestalten. Auch private Sponsoren seien willkommen. Die Gestaltung des Mahnmals soll von einem Kuratorium begleitet werden, das auch den Auftrag erhalten soll, die nachhaltige Pflege sicherzustellen. CDU-Bezirksvertreter Carl Barthel schlug vor, dass die Gestaltung der Gedenkstätte mit dem Architektur-Konzept abgestimmt werden soll, das im Zusammenhang mit dem Umbau der Bahnbögen auch die landschaftsgärtnerische Gestaltung der Flächen vor den Bögen vorsieht.

„Wir sind ebenfalls sehr daran interessiert, dass an dieser Stelle ein würdiger Platz entsteht“, sagte Stefan Rüberg, Mitarbeiter der Bahnbögen Köln GmbH, auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Das Unternehmen hat die Gewölbebögen unterhalb der Bahntrasse Köln-Frechen sowie die davor liegenden Flächen bis zur Fahrbahn der Bartholomäus-Schink-Straße von der Deutschen Bahn gepachtet.

Bautechnische Probleme

„Die Gestaltung einer Gedenkstätte wäre eine Ergänzung zu unseren Planungen. An den Detailplanungen beteiligen wir uns gerne. Wir stehen bereits in Kontakt mit Bezirksbürgermeister Josef Wirges“, erklärte Rüberg.

Das Unternehmen Bahnbögen Köln verfolgt seit mehreren Jahren Pläne, in den Bahnbögen zwischen Ehrenfeldgürtel und Venloer Straße Gastronomie- und Veranstaltungsräume zu schaffen. Bautechnische Probleme in den Gewölben durch eindringendes Regenwasser, aber auch langwierige Verfahren mit der Bauaufsicht und dem Denkmalschutz haben das Vorhaben bislang verzögert. Am Durchgang zu den Bahnsteigen des Bahnhofs Ehrenfeld in Höhe der Schönsteinstraße konnte bislang erst eine neue Fassade eingebaut werden.



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