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Kölner Kulturpolitik

Strukturelle Reformen unausweichlich

Von Ralf Johnen, 13.10.09, 19:24h, aktualisiert 13.10.09, 19:25h

Mögliche Kürzungen der freiwilligen Kulturleistungen um 30 Prozent, leere Kassen und die Kosten für die Sanierung des Opernquatiers könnten im nächsten Jahr für einen strukturellen Wandel im Kölner Kulturbetrieb sorgen.

Kölner Opernquartier
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Der Neubau des Kölner Opernquartiers soll 364 Millionen Euro veranschlagen. (Bild: JVWD/Chaix&moral)
Kölner Opernquartier
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Der Neubau des Kölner Opernquartiers soll 364 Millionen Euro veranschlagen. (Bild: JVWD/Chaix&moral)
Eine weitere Kürzung des Etats? Eine Kostenexplosion beim Opernquartier? Und weitere Galerien, die der Sogwirkung Berlins nachgeben? Befürchtungen dieser Art bestimmen weiterhin die Kölner Kulturpolitik. Angeheizt werden sie von stets beunruhigenderen Zahlen.

Doch wie sieht die Lage nach dem Wechsel auf dem Chefsessel des Rathauses aus? Anlässlich der Präsentation eines Buches über den legendären Kulturdezernenten Kurt Hackenberg sind dieser Frage am Montagabend namhafte Diskutanten nachgegangen. Unter ihnen der künftige Oberbürgermeister Jürgen Roters, der sich von den heftigen Debatten um die vermeintlichen Kürzungen der freiwilligen Kulturleistungen um 30 Prozent beeindruckt zeigte. „Das”, sagte er im Kinosaal des Museum Ludwig, „hat mich sehr nachdenklich gemacht”.

Während sich neben ihm Kulturdezernent Georg Quander nervös die Hände knetet, rechnet Roters vor, dass sein Kämmerer für 2010 ein Defizit von 560 Millionen Euro erwartet. Angesichts solcher Zahlen könne man nur durch strukturelle Reformen den Kulturbetrieb aufrechterhalten oder gar stärken. Roters legt sich auf eine Reform des kommunalen Finanzierungssystems zugunsten der Metropolen fest. Dort seien die Kosten nicht nur für die Kultur, sondern auch für Klimaschutz, Bildung und Infrastruktur besonders hoch. So lange das nicht umgelegt wird, müssen sich die Betroffenen mit Lippenbekenntnissen des neuen Verwaltungschefs trösten: „Es wird ein ganz schwieriger Weg„, sagt Roters. Aber: „Man kann nicht mit Pauschalkürzungen bei der Kultur anfangen.” Und: „Wir dürfen keine aufgebauten Strukturen zerschlagen.” Ex-Innenminister Gerhart Baum pflichtet ihm bei: „Die Kultur muss auch in der Landesverfassung verbindlicher gemacht werden.” Will heißen: All das, was eine Großstadt ausmache, dürfe keine freiwillige Leistung mehr sein.

Die Diskussion führte zwangsläufig auch zum Opernquartier: Dezernent Quander, der sich nach eigenem Bekunden „wenig Zeit für Gefühle” gönnt, verweist darauf, dass der zuletzt genannte Finanzbedarf von 364 Millionen Euro im Vergleich zu den Opernneubauten in Oslo oder Kopenhagen immer noch eher niedrig sei. Alles was zuvor kursierte, habe einer soliden Grundlage entbehrt. Sollte es dennoch nicht für eine volle Realisierung der Pläne reichen, müsse man sich notfalls mit einer „abgespeckten, aber doch wiedererkennbaren Form” zufrieden geben.

Roters orchestriert dies mit Durchhalteparolen. Er sei sich sicher, dass man eine „hervorragende” Lösung durchsetzen und der Betrieb in der Spielzeit 2013 / 14 aufgenommen werde. Ohnehin sei es an der Zeit, „mit neuem Optimismus zu starten” und „die Leute wieder ernst zu nehmen”. So lange der Kämmerer es duldet.



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