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Friedrich-Karl Bruder

Naturwissenschaftler als Leidenschaft

Von Sven Winterschladen, 16.10.09, 21:53h, aktualisiert 16.10.09, 21:54h

Mit der Entwicklung holografischer Systeme will Friedrich-Karl Bruder die Daten- speicherung revolutionieren. Für seine Entwicklung von Photopolymerfilmen wurde der Byer-Physiker bereits ausgezeichnet.

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Bayer-Physiker Friedrich-Karl Bruder. (Bild: Dynevo)
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Bayer-Physiker Friedrich-Karl Bruder. (Bild: Dynevo)
KÖLN - Es gibt zwei Typen von Wissenschaftlern. Die einen forschen, weil es ihr Beruf ist. Und die anderen wollen unseren Alltag angenehmer gestalten. Zu der zweiten Gruppe zählt Dr. Friedrich-Karl Bruder, der in der Szene mit einer neuen Technologie für Aufsehen sorgt und dafür vom Land Nordrhein-Westfalen mit dem Innovationspreis ausgezeichnet wird. Der Physiker der Bayer Material-Science AG hat mit seinem Team hochwertige Kunststoffe für holographische Speichersysteme entwickelt. Nach Ansicht der Landesregierung können so qualitativ hochwertige Hologramme entwickelt werden.

Der breite Einsatz holographischer Bilder scheiterte bisher, da keine geeigneten Materialien für die Massenproduktion zur Verfügung standen und Bildqualität sowie Farbechtheit die Erwartungen nicht erfüllten. Die neuen dreidimensionalen Motive zeigen einen exzellenten Kontrast, Farbe und Bildqualität. „Ich möchte mein Wissen nutzen, um an der Entwicklung von Produkten mitzuwirken, die einen praktischen Nutzen haben“, sagt der 47-Jährige, der schon seit vielen Jahren an modernen Speichermedien arbeitet - von der herkömmlichen CD über die Blu-ray-Disc bis zu innovativen holographischen Speichersystemen.

Das Zauberwort dieser neuartigen Entwicklung lautet Photopolymere. Bei den Photopolymerfilmen wird ein Kunststoffträger so beschichtet, dass Bilder und Daten darauf mit Laserlicht dreidimensional festgehalten werden können. Das soll dreidimensionale Bilder mit hoher Tiefenschärfe und Farbdarstellung ermöglichen. Die dreidimensionalen und farbigen Hologrammen könnten neue Dimensionen der Bilddarstellung eröffnen und die Datenspeichertechnologie revolutionieren. Das hofft zumindest der Bayer-Forscher.

Wann seine Entwicklung allerdings den Massenmarkt erobern könnte, ist noch ungewiss. Bruder erwartet allerdings, dass die farbigen Hologramme schon 2010 auf den Markt kommen werden. Im nächsten Sommer sollen dann große Produktionen starten, Prototypen können Kunden bereits jetzt bestellen.

„Ich bin stolz, den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen auch stellvertretend für meine Kollegen entgegennehmen zu können“, sagt Bruder, der schon früh seine Leidenschaft für die Forschung entdeckte: „Ich wollte immer erfahren, wie sich die Welt erklärt.“ In der Schule lagen ihm Physik, Chemie und Mathematik daher näher als Deutsch und Geschichte. Und das hat seinen Grund: „In der Naturwissenschaft gibt es eindeutige Aussagen, was richtig und was falsch ist. Hypothesen lassen sich durch Experimente klar beweisen oder widerlegen“, begründet er seine Vorliebe, die ihn 1982 zum Studium der Physik an die Universität Freiburg führte.

Die Einführung der Musik-CD im gleichen Jahr ging zwar fast unbemerkt an ihm vorüber. Aber die Revolution in der Informationstechnologie erlebte er während des Studiums hautnah mit. Mehr als die neue Technologie beschäftigten ihn jedoch physikalische Phänomene. Bruder hat in den vergangenen Jahren mehr als 90 Patente angemeldet - aber die holographischen Bilder sind einer seiner größten Erfolge.



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