Von Peter Berger, 18.10.09, 19:58h
„Ich war auf dem Rückweg, stromabwärts, in Höhe der Südbrücke, als ich mitbekommen, wie am rechten Rheinufer viele Menschen um Hilfe gerufen und wild gestikuliert haben.“ Normalerweise, sagt der 26-jährige Sportstudent, reagiere er beim Training auf so etwas nicht. „Das kommt schon mal vor und dann will einer nur, dass ich einen Ball aus dem Wasser fische. Aber dieses Mal kam mir das doch etwas seltsam vor.“
Rohn steuert sein Kanu quer über den Strom von den Poller Wiesen Richtung rechtes Ufer, als er den scheinbar leblosen Körper einer Frau im Wasser treiben sieht. „Ich bin auf sie auf zu, sie hat sich nicht mehr bewegt.“ Sein Kanu kommt näher, da erkennt er, dass die Frau um ihr Leben kämpft. „Ich habe geschrien, sie soll sich an meinem Kanu hinter an der Schlaufe festhalten und bloß nicht mehr loslassen.“ Das Drama spielt sich rund 50 Meter vom Ufer entfernt ab. „Das ist ihr gelungen und ich bin dann schnell Richtung Ufer gefahren.“ Der 26-Jährige hat nur die Sorge, dass ihre Kraft nicht reichen könnte. „Zur Not wäre ich reingesprungen und hätte sie so über Wasser gehalten.“
Mit Hilfe von Passanten gelingt es Julian Rohn, die entkräftete Frau an die Uferböschung zu ziehen. Wegen des Niedrigwassers reichen die Treppen nicht weit genug, die Helfer stabilisieren sie an der Uferböschung. Wenig später trifft die Feuerwehr mit einem Boot ein, bringt das Opfer über den Strom und von der dortigen Löschboot-Station ins Krankenhaus. Wie die Frau in den Rhein gekommen ist, war am Sonntag nicht zu klären. Bei der Feuerwehr war lediglich der Einsatz vermerkt, die Wasserschutzpolizei konnte ebenfalls keine näheren Angaben machen.
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