Schriftgröße

Kommentar zur Milchkrise

Tropfen auf den heißen Stein

Von Evelyn Binder, 19.10.09, 21:23h, aktualisiert 19.10.09, 21:23h

50 Millionen Euro für Deutschlands Milchbauern - das ist eine weniger großzügige Finanzspritze, als es den Landwirten lieb sein kann. Es geht der EU vor allem um eine symbolische Geste - nicht um reale Krisenhilfe.

Milch
Bild vergrößern
(Symbolbild: dpa)
Milch
Bild verkleinern
(Symbolbild: dpa)
Rund 280 Millionen Euro haben die krisengeschüttelten Bauern der EU abgerungen. Das klingt nach viel, ist aber in Wirklichkeit nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Oder, wie es Landwirtschaftsministerin Aigner ausdrückt, ein „Zeichen“ - womit alles gesagt ist: Es geht vor allem um eine symbolische Geste - nicht um echte Krisenhilfe, die die EU weder gewähren kann noch will.

Über die 50 Millionen Euro für Deutschland sollten sich die Milchbauern nicht zu früh freuen: Dass das Geld nun mit der Gießkanne über sämtliche Höfe verteilt wird, ist kaum zu erwarten. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass das Geld in die Absatzförderung fließen wird. In Schulmilchprogramme etwa - in der Hoffnung, dass die Kinder früh auf den Geschmack kommen und der Milch auch später treu bleiben. Das wäre nicht nur ein Beitrag zur gesunden Ernährung, sondern hätte auch einen nachhaltigen Effekt.

Doch Nachhaltigkeit erfordert meist einen langen Atem. Und ob die vielen Milchbauern im Land, denen im Moment das Wasser bis zum Hals steht, den haben werden, darf bezweifelt werden.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Anzeige


Hintergrund


Der satirische Wochenrückblick


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Bildergalerien


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Die andere Meinung


Dienste