Von Bernd Leyendecker, 14.07.09, 11:07h, aktualisiert 15.07.09, 11:32h
Dort warteten etwa 200 Bonner auf Wowereit - und auf eine klare Aussage zum Berlin / Bonn-Gesetz. Doch die blieb aus. „So lange das Gesetz nicht geändert wird, bleibt es.“ Den Zuhörern - am Applaus gemessen waren es wohl überwiegend Sozialdemokraten - reichte die Aussage. Und so interpretierte Nimptsch die Erklärung denn auch mit dem Satz: „Die Verträge werden eingehalten.“ Und er fügte hinzu: „Für die nächsten 30 Jahre.“
Was Wowereit der Redaktion gegenüber dann doch nicht so stehen lassen wollte, auch wenn er für den Bonner OB-Kandidaten seiner Partei kräftig warb: „Das ist ein berechtigter Anspruch für den künftigen Oberbürgermeister von Bonn.“ Da konnte sich Nimptsch, der einen angespannten Eindruck machte, doch ein Lächeln nicht verkneifen.
„Berlin grüßt Bonn“: So hatte Wowereit den Bonnern zugerufen. Und die zeigten sich in bewährter Manier überaus freundlich gegenüber dem Gast von der Spree - der seinerseits einmal mehr unter Beweis stellte, dass er ein Polit-Profi und erfahrener Wahlkämpfer ist.
Ein echter Profi
Geduldig schrieb er Autogramme auf alles, was ihm entgegengehalten wurde, freundlich begrüßte er die Gäste an den Cafés vor dem Rathaus, viele mit Handschlag, plauderte hier, plauderte da. Und nahm spontan die Einladung von Peter Braun, Gast der Kneipe „Ewige Lampe“ in der Bonngasse an: „Kumm e rinn; drink doch eene met“, sagte Braun und gab gleich eine Lokalrunde. Und die Currywurst, die ihm der Chef der Frittenbude am Marktplatz anbot, schlug der Mann aus der „Hauptstadt der Currywurst“ ebenfalls nicht aus.
Auf der Bühne, auf der die Band „Dixie Slikers“ und die Rap-Gruppe „School Battle“ den musikalischen Rahmen der Wahlveranstaltung bildeten, antwortete der Regierende Bürgermeister auf Fragen von Bonns SPD-Chef Ernesto Harder. So äußerte sich Wowereit zur Finanzkrise („Wir hoffen, dass sie nicht so lange dauert“) oder zum Thema Integration, bei dem er sich für ein gegenseitiges „Fördern und Fordern“ aussprach. Nimptsch pflichtete diesen Äußerungen zu, ehe er seinen Gast in Richtung Flughafen verabschiedete. Beide versprachen, den „konstruktiven und freundschaftlichen Dialog“ zwischen Bonn und Berlin fortsetzen zu wollen. Wie er ihn mit OB Bärbel Dieckmann seit vielen Jahren pflege, fügte Wowereit hinzu.
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