Von Christian Löer und Christiane Mitatselis, 19.07.09, 21:09h, aktualisiert 21.07.09, 11:05h
Der Spieler hat eine für einen Verein aus dem Mittelfeld der Bundesliga märchenhaften Vita: 2003 gewann er mit dem FC Porto unter Trainer José Mourinho den Uefa-Cup, im Jahr darauf die Champions League und den Weltpokal. Mit Portugal wurde er 2004 EM-Zweiter und Vierter der WM 2006. Zuletzt war Maniches Karriere jedoch geprägt von ein paar Höhen und vielen Tiefen. Nachdem die große Mannschaft des FC Porto um Deco, Ricardo Costa, Paulo Ferreira und eben Maniche auseinander gebrochen war, wechselte Maniche im Sommer 2005 für 16 Millionen Euro zu Dynamo Moskau. Dort blieb er, bis ihn José Mourinho im Januar 2006 auf Leihbasis zum FC Chelsea holte. Chelsea gewann zwar die Meisterschaft, doch Maniche absolvierte nur acht Spiele und durfte nicht bleiben.
Im August 2006 unterschrieb er bei Atletico Madrid. Dort begann eine Beziehung, die die spanische Zeitung „El Mundo“ eine „stürmische“ nennt, sie endete Anfang Mai 2009, als der bis zum 30. Juni 2009 datierte Vertrag Maniches mit Atlético vorzeitig aufgelöst wurde. Maniche überzeugte nur in seiner ersten Saison. Er spielte damals 28 Liga-Spiele und schoss vier Tore. Danach zeigte er sich wankelmütig, spielte selten gut und oft lustlos.
Riesenzoff mit dem Trainer
Anfang vom Ende war der Konflikt mit Trainer Javier Aguirre. Im Dezember 2007 nahm Aguirre Maniche eine Verletzung nicht ab, wegen der der Spieler eine Pokalpartie beim Zweitligisten Granada verpasst hatte. Auf dem Trainingsplatz richtete Maniche dann vor dem kompletten Team das Wort an seinen Coach: „Was hast DU in deiner Karriere eigentlich gewonnen? Wer bist DU, dass DU MIR so etwas sagst?“. Die Vereinsführung war ebenso empört wie Aguirre, und so wurde Maniche im Januar 2008 an Inter Mailand verliehen.
Die Sportzeitung „As“ schrieb damals: „Dass der Portugiese nicht mehr dazu gehört, ist eine Erleichterung für seine Mitspieler, die es satt waren, immer wieder wegzuschauen, wenn Maniche seine Eigenheiten auslebte.“ Als es in Mailand trotz des Trainers Mourinho nicht klappte, entschuldigte sich Maniche schließlich auf der Atlético-Homepage und kehrte zu Beginn der Saison 2008/2009 nach Madrid zurück. Doch er konnte sich nicht mehr durchsetzen.
Seit diesem Mai war der Spieler also auf dem Markt, dennoch haben die Kölner weite Teile der Saisonvorbereitung ohne ihren designierten Spielmacher verbringen müssen. Einen ersten Kontakt habe es zwar schon im Mai gegeben, doch damals sei Maniche ein Mann „aus dem Reich der Fabel“ gewesen, erinnert sich Meier. Man habe den Spieler fortan „mit heißem Atem“ verfolgt. „Klar hat uns geholfen, dass Petit bei uns spielt.“ Ganz am Ende sei Maniche aber auch ein großes Investment.
„So einer spielt ja nicht für ein paar Hosenknöpfe“, sagt Meier. Immerhin war der Spieler ablösefrei und darf sich nun über ein hübsches Handgeld freuen. Hätte neben dem Spieler noch ein abgebender Verein verdienen wollen, wäre der Deal nie zustande gekommen. „Maniche ist ein großer Name im europäischen Fußball. Wir sind stolz, dass wir ihn an uns binden können“, kommentierte FC-Präsident Wolfgang Overath, und Lukas Podolski fasste zusammen: „Guter Name – gute Verpflichtung.“
Nicht der letzte Neue
Maniche soll nicht der letzte Neue gewesen sein. „Wir stellen jetzt hier nicht die Arbeit ein“, sagte Meier gestern Nachmittag. Man sucht noch einen Mittelfeldspieler für die linke oder rechte Außenbahn. Dass dieser Mann José Ernesto Sosa (FC Bayern) sein könnte, um den sich die Kölner zuletzt emsig bemüht haben, ist jedoch unwahrscheinlich. „Ich glaube nicht, dass er zu uns kommt“, sagte Meier am Montag.
Dennoch ist der 59-Jährige guter Hoffnung, einen weiteren hoch veranlagten Spieler zu einem Engagement in Köln überreden zu können. „Jetzt bekommen wir vielleicht auch die Leute, die uns bislang belächelt und sich gefragt haben, was wir eigentlich vorhaben mit unserem Poldi.“
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Nen kleinen Dämpfer...
21.07.2009 | 19.19 Uhr | borriquito
... denn hatte da nicht einer ne negative Eigenschaft von der KSta-Sportredaktion verlangt. Ich glaube, ich kann damit dienen. Ganz ehrlich, ohne…
Stadtmensch
21.07.2009 | 11.50 Uhr | theMARSvoltaire
Ich glaube mit zwei sinnentleerten Dummbatz-Kommentaren haben sie ihr Soll für heute erfüllt und können jetzt in der Ecke ihre Schweißflecken…
@ alex_b_ab
21.07.2009 | 11.29 Uhr | Stadtmensch
Ich glaube mit den zwei neuen englisch Vokabeln (god und save), hast du für heute schon genug gelernt. Wir wollen deine grauen Zellen doch nicht…
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