Von Stefan Kunze, 05.08.09, 16:02h, aktualisiert 06.08.09, 16:58h
Pischel selbst erfuhr davon in der Uniklinik Köln. Er durfte in einer Pause der Chemotherapie ein paar Tage nach Hause und musste diese Woche wieder in die Klinik, um weitere der starken Medikamente zu erhalten. Dort teilten ihm die Ärzte die frohe Nachricht mit. „Der Spende passt sehr gut. Auf einer Skala von eins bis zehn haben wir zehn Punkte Übereinstimmung“, erklärte Hoernel. Damit liege das Risiko, dass der Körper die fremden Zellen nicht annimmt, bei nur zwei Prozent.
Trotz der guten Botschaft liegt noch ein harter Weg vor Pischel: Er hat noch zwei dreiwöchige Abschnitte mit Chemotherapien vor sich , in denen das Immunsystem extrem geschwächt sein wird. Ende September soll er die neuen Zellen erhalten. Wer der Spender ist, konnte Hoernel nicht sagen. „Das wird immer geheim gehalten. Erst zwei Jahre nach einer Transplantation ist es in beiderseitigem Einvernehmen möglich, dass sich Spender und Empfänger sehen“, erklärte er. Vorangegangen war dem positiven Befund eine Welle der Hilfsbereitschaft vor allem im Rheinisch-Bergischen Kreis. Dem Aufruf der beiden Kinder von Gereon Pischel, ihren Vater zu retten, schlossen sich unzählige Personen an: Menschen verteilten die Flugblätter mit dem Aufruf überall im Kreis, andere hängten sie in ihren Firmen auf oder vernetzten sich über das Internet. „Das war schon unglaublich“, sagte Hoernel. 1100 Personen ließen sich im Vinzenz Pallotti Hospital an zwei Terminen typisieren. Bei den extra anberaumten Blutspendeterminen des Roten Kreuzes und in der Uniklinik in Köln kamen hunderte weitere Personen dazu.
Neben dem positiven Ergebnis hat die große Typisierungsaktion einen weiteren positiven Effekt: Viele neue potenzielle Spender finden sich nun in der Zentraldatei, die weltweit auf der Suche nach passenden Spendern aufgerufen wird. Je mehr Menschen darin gespeichert sind, umso größer ist die Chance für weitere Erkrankte, einen Spender zu finden.
Knochenmarkspende: Große Welle der Hilfsbereitschaft
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