Erstellt 21.08.09, 11:07h
Mein Vater war kein Patriarch, dazu hatte er keine Zeit. Er war geschwächt von zwei Weltkriegen, die er kämpfend miterleben musste, den zweiten noch als Reservist. Er war klein, witzig, gutmütig und ab und zu jähzornig. Er tat so, als wäre er derHerr im Haus. Als ich achtzehn Jahre alt war, hatte ich einen Freund, der in Paris studierte, aber kein Geld, um ihn zu besuchen. Also wollte ich dorthin trampen. Meine Mutter verbot es mir, und weil ich nicht auf sie hören wollte, sollte mein armer Vater Leo mich zur Räson bringen. Ich stand vor ihm und fauchte: „Hau mich doch!“, und reizte ihn so, dass er mir schließlich eine Ohrfeige gab. Das erste und letzte Mal. Geweint habe ich natürlich nicht, ich nahm meine Sachen und fuhr nach Paris.
Ich war zwar klein und schüchtern, ahnte aber meine Begabung. Dann, während meines ersten Engagements, bekam ich ein Kind. Man mochte mich. Aber das mochte man gar nicht. Ich war unverheiratet. Beruflich wurde ich zunächst kaltgestellt. Ich war also allein, hatte ein Kind, war Mutter und Vater und musste meine Eltern finanziell unterstützen. Meine Tochter Nina wuchs in Hamburg und bei mir auf. Meine Gage war klein, aber ich ließ mich nicht entmutigen, liebte meine Arbeit und marschierte weiter.
Mir wurde oft gesagt: Sei nicht so männlich! Frauen, die selbstbewusst sind und keine Angst ausstrahlen, schüchtern Männer anscheinend häufig ein. Ich musste nie unter Männern leiden. Die meisten der großartigen Regisseure, mit denen ich arbeitete, waren sehr liebenswürdig. Sie müssen genauso kämpfen wie Frauen, Hierarchien gibt es überall. Oft sind sie die Ernährer mehrerer Familien und Kinder. Da kann die Liebe schon mal abtauchen und die Sexualität einen Ersatz heucheln. Ja, das Leben kann anstrengend sein. Aber nicht immer wurde ich gut behandelt. Dann hatte ich Freunde, die mich aufgefangen und wieder zurechtgerückt haben. Und das waren nicht nur Frauen.
Information: Das Buch Herrschaftszeiten
Bischöfin Maria Jepsen: Kein Prinz muss mehr kommen
Schwimmerin Petra Dallmann: Die Wahrheit liegt im Wein
„Heute-Journal“-Moderatorin Dunja Hayali: Mein Vater, die Frauen und ich
Schriftstellerin Alexa von Lange: Verboten, verdorben, versteckt
Schauspielerin Juliane Köhler: Gewissensbisse
Kultur-Journalistin Iris Radisch: Karriere-Quarantäne
TV-Journalistin Nina Ruge: Antwort auf die Geschlechterfrage
sehr sympathisch!
25.08.2009 | 16.54 Uhr | albino
Verglichen mit dem oberflächlichen Beitrag der Frau Radisch und dem wenig erbaulichen Geschwafel von Bischöfin Jepsen (Zitat: "Das patriarchalische…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
FBI-Akte - Steve Jobs im Visier des FBIBesuch des Bundespräsidenten - Hilfe, der Wulff kommt!

EXPRESS
In Leverkusen, Köln, Duisburg - Razzia in „Bandidos“-Bordell und WohnungenSchock-Geständnis - Diane Kruger: „Ich dachte an Selbstmord“

Spiegel Online
Terrornetzwerk: Somalische Shabab-Miliz schließt sich al-Qaida anÄgyptische Küste: Deutsche Familie stirbt bei Glasboot-Unfall