Von Markus Michalak, 24.08.09, 09:11h
Inzwischen hat der Rollstuhlakrobat auch den Sprung auf die deutsche Kinoleinwand geschafft: In „Die Vorstadtkrokodile“ jagt er seinen fahrbaren Untersatz auf der Flucht vor drei Motorradgangstern durch die Innenstadt - und schießt dabei so rasant über eine Ampelkreuzung, dass er sogar dabei geblitzt wird.
Zu sehen ist allerdings im Film immer nur das Gesicht von Fabian Halbig von den Killerpilzen, der den „Kai“ spielt. Aaron doubelt ihn als Stuntman im Hintergrund. Ehrensache, dass Nick Romeo Reimann und Fabian Hilbig, die „Vorstadtkrokodile“, ihren Kumpel am Samstag auch auf die Rolliday-Bühne der Firma Bohle begleiteten: „Wir drehen jetzt schon an Vorstadtkrokodile 2, und Aaron ist natürlich wieder mit dabei“, versprach Reimann ein baldiges Wiedersehen im Kino.
Vor ihrem Interview mit ARD-Moderator Frank Meyer gaben die drei noch jede Menge Autogramme und ließen sich bereitwillig mit ihren kleinen Fans fotografieren.
Dass der Rolliday nach einem Jahr Pause wieder in die Bohle-Reifenlagerhalle zurückgekehrt ist, freute vor allem einen sichtlich: „Liebe Kinder, liebe Freunde, ich bin heute der glücklichste Mensch auf der Welt“, eröffnete Frank Bohle den Sport- und Familientag auf seinem Firmengelände.
„Lasst uns noch einmal einen Tag Ferien zusammen verbringen“, lud der Hausherr seine Gäste ein, gemeinsam die vielen Attraktionen in und um die Halle zu erobern, „und lasst uns vergessen, dass Schule und Alltag uns längst wieder eingeholt haben.“
Tausende von Besuchern folgten der freundlichen Einladung und erlebten bei bestem Sommerwetter die Welt der Rollstuhlfahrer, die längst eine hoch technisierte und eine Welt des Hochleistungssports geworden ist. Ein Technik-Klassiker ist der erste Rollstuhl, der vor zehn Jahren für ein Mädchen mit der Glasknochenkrankheit angefertigt wurde. Da es so kleine Rollstühle damals noch nicht gab, wurden Leogobausteine verwendet. Der Hersteller wirbt heute mit dem offensiven Slogan: „Lieber behindert als bescheuert“.
Das Beste am Rolliday: Der gesamte Erlös aus dem Verkauf von Saftcocktails, Würstchen und Kuchen geht an die „Rollikids“, eine Einrichtung, die Kinder im Rollstuhl an den Behindertensport heranführt.
Sportliche Spiele in Berlin und Wehnrath
Kampfsport, Tischtennis, Handbike, Rugby, Basketball und natürlich alle möglichen schnell drehenden Radkonstruktionen konnten auf dem Rolliday von jedermann ausgiebig bestaunt und erprobt werden. Ehrensache, dass auch zahlreiche Stars und Goldmedaillengewinner der Paralympics sich auf dem Rolliday ein Stelldichein gaben.
Für Landrat Hagen Jobi übrigens ein Spektakel gleichauf mit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft: „Zwei große Ereignisse faszinieren uns in diesen Tagen, die Spiele in Berlin und der Rolliday im Reichshof.“
Für die Kleinen gab es Märchenzelt und Streichelzoo, für die Großen hubraumstarke Motorräder und schnelle Moto-Gokarts auszuprobieren. Viele Fahrzeuge sind individuell auf jedes körperliche Handicap umrüstbar.
„Was diesen Tag vor allem einzigartig macht, ist, dass es hier ein eindeutiges Bekenntnis zum Behindertensport gibt, und dass alle Besucher diese Flamme weitertragen“, freute sich auch Friedhelm Julius Beucher, der frisch gekürte Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes über die große Resonanz..
Sportliche Wettkämpfe und fröhliche Spiele der „Fußgänger“ und „Rollis“ sandten ein Signal aus: Jeder Mensch ist auf seine Weise einzigartig und niemand muss deswegen ausgegrenzt werden.
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