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Endergebnis

Jürgen Roters siegt klar in Köln

Von Peter Berger und Bettina Janecek, 30.08.09, 11:09h, aktualisiert 31.08.09, 14:38h

Jürgen Roters hat das Rennen als Oberbürgermeister gemacht. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt er 55 Prozent. Peter Kurth, der Kandidat der CDU, gestand seine Niederlage ein. Im neuen Stadtrat werden SPD und CDU über jeweils 25 Sitze verfügen.

Kommunalwahl Köln 2009
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Jürgen Roters und seine Frau zeigen sich den feiernden SPD-Mitgliedern im Rathaus. (Bild: Grönert)
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Jürgen Roters und seine Frau zeigen sich den feiernden SPD-Mitgliedern im Rathaus. (Bild: Grönert)
Kommunalwahl Köln 2009
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Die Sitzverteilung im neuen Kölner Stadrat. (Grafik. Böhne)
Kommunalwahl Köln 2009
Köln - Der neue Oberbürgermeister von Köln wird Jürgen Roters heißen. Nach Auszählung aller 800 Stimmbezirke lag der Kandidat von SPD und Grünen bei 54,67 Prozent. Peter Kurth, der Kandidat der CDU erhielt demnach 33,26 Prozent der Stimmen. Kurth gestand seine Niederlage ein und gratulierte Roters zu seinem Sieg. "Das Ergebnis ist klar und eindeutig zu respektieren", sagte der CDU-Kandidat bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnung. Damit stellen die Sozialdemokraten nach zehn Jahren wieder den Rathauschef in der größten Stadt Nordrhein-Westfalens.

Ralph Sterck von der FDP konnte weit abgeschlagen nur 5,56 Prozent der Stimmen auf sich versammeln. Markus Beisicht von Pro Köln bekam immerhin 4,80 Prozent der Stimmen, Martin Müser vom Kölner Bürger Bündnis 1, 71 Prozent.

Bei der Wahl des Stadtrates lieferten sich SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach der Auszählung aller 800 Stimmbezirken verfügt die SPD über einen hauchdünnen Vorsprung. Demnach liegt die CDU bei 27,89 Prozent der Stimmen, die SPD bei 27,99 Prozent. Die Grünen erreichen nach Angaben der Stadt 21,67 Prozent, die FDP 9,4 Prozent. Pro Köln bekam 5,38 Prozent, die Linke 4,84 Prozent und die Sonstigen 2,84 Prozent. In der Innenstadt wurden die Grünen stärkste Partei vor SPD und CDU.

CDU und SPD mit gleicher Fraktionsstärke

Der Rat der Stadt setzt sich nach Angaben der Stadt wie folgt zusammen: CDU und SPD erhalten jeweils 25 Sitze, die Grünen 20 Sitze, die FDP 9, Pro Köln 5, die Linke 4, das Kölner Bürger Bündnis 1. Die Vereinigung "Deine Freunde" erhält ebenfalls einen Sitz.

ksta.tv: Die Wahlnacht im Rathaus

Ob Peter Kurth nach seiner Wahlniederlage in Köln weiter politisch arbeiten wird, blieb am Sonntagabend völlig offen. "Es gibt keine Rückfallebene", sagte der ehemalige Berliner Finanzsenator im Historischen Rathaus. 70 Tage Wahlkampf seien zu wenig gewesen, um das Blatt noch zu wenden. "Wenn sich das bürgerliche Lager nicht einig ist, wird es in Köln immer schwierig sein, gegen Rot-Grün eine Mehrheit zu organisieren." Bei einem frühzeitigen Schulterschluss hätte man noch mehr erreichen können. "Ralph Sterck hatte das Problem, dass er sich gegenüber beiden Kandidaten absetzen musste."

Die Wahlbeteiligung lag für die OB-Wahl bei 49,0 Prozent, für die Wahl des Stadtrats bei 49,1 Prozent und damit etwas höher als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. Landesweit lag die Wahlbeteiligung bei 51,0 Prozent - ein historischer Tiefpunkt.

ksta.tv: Jürgen Roters zur OB-Wahl

Offenbar macht der ehemalige Berliner Finanzsenator sein politische Zukunft in Köln davon abhängig, ob er mit seinem Ergebnis besser abschneidet als die Kölner CDU. Nach den ersten Hochrechnungen dürfte das deutlich der Fall sein. Auf die Frage, ob er sich vom noch amtierenden Oberbürgermeister Fritz Schramma im Wahlkampf ausreichend unterstützt gefühlt habe, antwortete Kurth ausweichend. "Ich bedanke mich bei allen Kandidatinnen und Kandidaten, die mich unterstützt haben und hoffe, dass möglichst viele junge Leute den Einzug in den Stadtrat schaffen."

Zukunft von Kurth ungewiss

Offenbar, so war aus CDU-Kreisen zu hören, hätte sich Kurth mehr Unterstützung von Schramma gewünscht, um die Stammwählerschaft der Union zu mobilisieren. Der CDU-Kandidat hatte sich vor allem um die Wechselwähler bemüht. Offenbar macht Kurth sein weiteres Engagement in Köln auch davon abhängig, wie er seine politischen Vorstellungen durchsetzen kann. "Das Thema Integration ist für die Zukunft dieser Stadt von besonderer Bedeutung. Das müssen wir angehen."

ksta.tv: Peter Kurth zur OB-Wahl

In den 800 Wahllokalen gab es am Sonntag bis auf wenige Ausnahmen keinerlei Probleme. Lediglich in sechs Fällen kamen die Wahlvorstände mit den Unterlagen zu spät, in drei Fällen mussten die Wahlzettel kurzfristig neu gedruckt werden, weil die Vorstände gar nicht mehr auftauchten. Stadtdirektor Guido Kahlen konnte am Abend mitteilen, dass das Briefwahl-Aufkommen gegenüber 2004 noch einmal um 21 Prozent angestiegen ist, von 97.000 auf 117.800. Davon wurden rund 11.000 online gestellt. „Das führen wir auch darauf zurück, dass wir noch Ferienzeit haben“, sagte Kahlen nach Schließung der Wahllokale. Die Briefwahl wird am Abend an zwei Orten ausgezählt: in der Köln-Messe und im Bezirksamt Innenstadt.

Eine kleine Liebesgeschichte hat sich am Rande der Wahl abgespielt. In einem Wahllokal, so Wahlamtsleiter Robert Kilp, muss sich eine Wahlhelferin bei der Europawahl im Mai wohl in einen Mitstreiter verguckt haben, ohne es ihm aber mitzuteilen. „Die Person wollte unbedingt wieder in diesem Wahllokal eingesetzt werden. Das ging zunächst nicht, aber dann ist ausgerechnet in diesem Stimmbezirk jemand erkrankt, so dass wir dem Wunsch dann doch noch entsprechen konnten.“

Guido Kahlen und Robert Kilp nutzten die Gelegenheit, den vielen ehrenamtlichen Wahlhelfern schon vorab zu danken. Das Engagement sei schon deshalb hoch anzurechnen, weil nach der Europawahl im Mai und der Kommunalwahl am 27. September noch die Bundestagswahl ansteht. „Das bedeutet viel Arbeit für die Wahlhelfer in diesem Jahr.“

Um 10.30 Uhr hatte Peter Kurth seine Stimme in seinem Wahllokal im Gebäude der IHK Unter Sachsenhausen abgegeben. Er sei "verhalten optimistisch". Im Anschluss an die Stimmabgabe besuchte Kurth den katholischen Gottesdienst in St. Gereon. Um elf Uhr wählte Jürgen Roters am Erich-Kästner-Gymnasium. Er kam gemeinsam mit seiner Frau Angela Roters und traf in einer Wahlhelferin einen seiner größten Fans. Anneliese Wolff ist 87 Jahre alt und herzte Roters schon vor der Stimmabgabe: "Das ist mein Allerliebster", sagte die Seniorin.



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