Von Karin M. Erdtmann, 30.08.09, 22:59h, aktualisiert 30.08.09, 23:22h
Dabei sah es zunächst nach einem knappen Sieg Maubachs aus. Erst langsam entwickelte sich ein Kopf an Kopf-Rennen, bevor Roeske nach Auszählung der Hälfte der Stimmbezirke plötzlich davon zog. Überall dort, wo es umstrittene Projekte gegeben hatte, bekamen Maubach und die CDU die Quittung vom Wähler. Fast fünf Prozent büßte die CDU ein.
„Ich bin betroffen“, verkündete Johannes Maubach in die Runde, als das Endergebnis feststand. „Mein Herzblut hängt an Odenthal. Der Bürger hat's so gewollt. Ich sag tschüss“, sprach's, stieg vom Stuhl und verließ eiligen Schrittes die Stätte seiner Niederlage, ohne seinen Kontrahenten zu beglückwünschen. Etliche CDU-Mitglieder schlossen sich ihm an, nicht ohne die Ansprache Roeskes mit „Pfui“- und „Buh“-Rufen zu kommentieren. „Das ist gelebte Demokratie“, meinte der Gewählte mit einem sichtlich stolzen Walter Nobbe an der Seite. „Ich habe ihn als Kandidaten gefunden“, freute sich der FDP-Fraktionsvorsitzende über den gelungenen Coup.
Offensichtlich war es vor allem eine Wahl gegen die Regionale-Pläne in Altenberg. Sagenhafte 68,4 Prozent holte Roeske in diesem Bezirk. Wie es mit der Regionale weitergeht, ist denn auch fraglich, denn am Wahlabend waren sich FDP, SPD, Bündnisgrüne und UWG einig, die Zusammenarbeit bei diesem Thema fortsetzen zu wollen.
Dass die SPD trotz der innerparteilichen Querelen und Stimmenverlusten wieder zweitstärkste Partei geworden ist, stellte Rolf Deiters sichtlich zufrieden. „Wir haben eine schwere Zeit hinter uns, aber jetzt hoffen wir, dass wir vieles für Odenthal besser hinkriegen.“ Die neugegründete BRO ist nur noch mit zwei Sitzen im Rat vertreten. Ausgerechnet Richard Pyka, der in Osenau sagenhafte 20,9 Prozent holte, muss „draußen“ bleiben. Hinter den Erwartungen zurück blieb die UWG, die 3,4 Prozent verlor, sich aber insgesamt sehr zufrieden mit den Veränderungen zeigte, wie Pressesprecherin Christa Lichtenberg sagte. „Ich bin überwältigt“, freute sich Peter Sittart von den Bündnisgrünen. Offenbar habe sich die nicht ganz so aggressive Politik ausgezahlt.
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