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Slowenien und Kroatien

Frieden an Adriaküste rückt näher

Erstellt 05.09.09, 14:22h

Offenbar stehen Slowenien und Kroatien vor einer Einigung in ihrem Grenzkonflikt. Es geht um den Verlauf der Landesgrenze in einer Bucht der nördlichen Adria. Mit dem Ende des Streits würde Kroatien einen großen Schritt in Richtung EU-Mitgliedschaft machen.

Kroatien und Slowenien
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Kroatiens Außenminister Goran Jandrokovic (l.) und der slowenische Premier Borut Pahor trafen sich am 30. August in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana. (Bild: afp)
Kroatien und Slowenien
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Kroatiens Außenminister Goran Jandrokovic (l.) und der slowenische Premier Borut Pahor trafen sich am 30. August in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana. (Bild: afp)
STOCKHOLM - Slowenien und Kroatien stehen kurz vor einer Einigung in ihrem Grenzkonflikt. Damit würde auch der Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union im kommenden Jahr möglich werden. Dies sagte EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn am Samstag am Rande eines EU-Außenministertreffens in Stockholm. "Wir sind noch nicht ganz da, aber wir sind schon nahe dran", sagte Sloweniens Außenminister Samuel Zbogar. Sein kroatischer Kollege Gordan Jandrokovic bestätigte: "Ich glaube, wir werden sehr bald gute Nachrichten haben."

Der von Kroatien angestrebte EU-Beitritt war bisher von EU-Mitglied Slowenien wegen eines seit Jahren währenden Streits um den Grenzverlauf in der Adria blockiert gewesen. Rehn sagte, er erwarte "in diesem Herbst" eine Einigung. "Wenn wir den Schwung beibehalten und wir die Beitrittsverhandlungen wieder in Gang bringen, dann sollten wir die technischen Verhandlungen mit Kroatien in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abschließen können." Kroatien habe auf dem Weg zu einem EU-Beitritt "gute Fortschritte gemacht". "Wir haben sehr weit voneinander entfernt begonnen und sind uns jetzt sehr nah", sagte Rehn über seine Vermittlungsbemühungen zwischen Zagreb und Ljubljana. "Ich bin sicher, dass es den politischen Willen gibt, auch noch die letzten Zentimeter zu gehen."

Seegrenze als Dauer-Streitthema

"Ich glaube, dass Slowenien und Kroatien sehr bald eine Lösung finden, bei der beide Seiten gewinnen. Wir haben hart gearbeitet", sagte Jandrokovic. "Wir werden eine sehr gute Lösung haben." Einzelheiten wollten weder er noch Zbogar mitteilen. "Wir haben eine Menge Vertrauen und wechselseitigen Respekt geschaffen", sagte Zbogar. "Und wir reden miteinander - was ein großer Fortschritt im Vergleich zur Vergangenheit ist."

Bei dem Streit geht es vor allem um den Verlauf der Grenze in der Bucht von Piran an der nordöstlichen Adria-Küste. Slowenien, das lediglich über einen schmalen Küstenstreifen zwischen Kroatien und Italien verfügt, sieht seinen Zugang zum Mittelmeer bedroht.

Nach inoffiziellen Informationen aus beiden Ländern wird die Lösung wahrscheinlich in der gemeinsamen Verwaltung der umstrittenen Bucht von Piran in der nördlichen Adria liegen. Dieses sogenannte Kondominium dürfte zunächst auf eine Zeitspanne von 20 oder 50 Jahren begrenzt werden. (dpa, ksta)



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