Von Christian Löer, 14.09.09, 19:50h, aktualisiert 18.09.09, 11:41h
Eine beliebte Erklärung ist der Spielplan, in den ersten fünf Partien trafen die Kölner vornehmlich auf Gegner, die man am Saison-Ende im oberen Tabellen-Drittel erwarten würde. Und es wird noch schlimmer: Nun folgen Stuttgart, Leverkusen, Bayern München.
Ende der Außenseitersiege
In der vergangenen Saison galten Außenseitersiege zwar noch als Kölner Spezialität. Doch damit ist es vorerst vorbei. Der Grund dafür könnte in der Natur des Trainers liegen. Zvonimir Soldos gelassene Art mag nach dem Daueralarm der Daum-Zeiten eine Wohltat sein. Im Misserfolg aber wartet nun alles auf ein Zeichen des Trainers. Dem fällt aber bisher nichts Besseres ein, als die Ruhe zu bewahren.
Soldos Mannschaft ist, so hat Michael Meier es ausgedrückt, „schwierig zu emotionalisieren“. Übersetzt bedeutet das, dass Ich-AGs wie Womé, Petit oder Maniche ihre Station beim 1. FC Köln kaum als den Höhepunkt ihrer Karriere empfinden. Leidenschaft bringt diese Mannschaft jedenfalls nicht auf den Platz, da hat ein 42-jähriger Trainer, der den Akzent eher auf Disziplin und Autorität legt, wenig zu bestellen. Vielleicht passt Soldo einfach nicht zu dieser Mannschaft.
Aber Soldo hat sich diesen Kader ja auch nicht zusammengestellt. Noch wenige Stunden vor Ende der Transferfrist sprachen Soldo, aber auch Meier davon, um Verstärkungen zu kämpfen. Doch keiner kam, weil zwar die Problem-Positionen benannt waren, jedoch niemand wusste, wie man diese Positionen besetzen sollte.
Michael Meier hat einmal gesagt, dass die wichtigste Entscheidung eines Managers die Verpflichtung des richtigen Trainers sei - eine Aussage, die zu denken gibt. Offenbar ist Meier davon geprägt, dass er einst Ottmar Hitzfeld nach Dortmund holte und damit eine ganze Ära begründete. Danach war Meiers Trainerbilanz aber schon in Dortmund eine durchwachsene, unvergessen bleibt außer Nevio Scala die Doppelspitze Sammer/Lattek im Jahr 2000. In Köln scheiterte unter Meier dann der Schweizer Hanspeter Latour, Daum verpasste im ersten Jahr den Aufstieg und machte nach dem Bundesliga-Klassenerhalt von einem Tag auf den anderen Schluss, weil sein Vertrag das erlaubte.
In Meiers Welt überlässt der Verein gern dem Trainer die Konstruktion einer Mannschaft. Latour durfte Spieler im Dutzend verpflichten, Daum bediente sich in Brasilien, der Türkei - überall. So gesehen war Zvonimir Soldo vielleicht der richtige Trainer. Aber nicht für Michael Meier, der in ein Vakuum lief und statt eines Personalkonzepts wieder nur große Namen und Verweise auf alte Erfolge präsentierte. Podolski und Maniche folgten auf Petit und Womé - am liebsten hätten sie den türkischen Helden Tuncay und sogar Rafael van der Vaart geholt. Aber der war eine Nummer zu groß für das "Real Madrid des Westens". Und blieb am Ende beim Real Madrid Spaniens.
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Geht nicht so auf Herrn Löer los!
17.09.2009 | 20.25 Uhr | Pit Schnass
Immerhin hat der in seinem Namen einen Punkt mehr als der FC :)))
Götz ist ja jetzt frei....
17.09.2009 | 16.27 Uhr | derto
...die Alternative, über die Meier sicherlich schon nachdenkt!
@Herr Löer
17.09.2009 | 10.04 Uhr | Mr.Flint
Ich habe einen Tag überlegt ob ich Ihnen etwas Nachhilfe gebe. Diese Nacht habe ich mich entschlossen es zu tun, denn ansonsten bleiben Sie ja…
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