Erstellt 15.09.09, 10:54h, aktualisiert 15.09.09, 12:00h
Zuvor forderten Rechtsextreme, die sich auf dem zentralen Platz der sächsischen Kleinstadt versammelt hatten, den jungen Mann auf, "besser zu rennen", als er die Gruppe passierte, sagte Roman Becker vom Verein "Vive le Courage" dem epd. Der 20-Jährige gehört seinen Angaben zufolge zum Umfeld des Vereins, der sich gegen Rechtsextremismus einsetzt.
Die vor seinem Haus gerufenen Parolen enthielten "Sieg Heil"-Rufe und Holocaust-Verleugnungen, sagte Becker weiter. Nach Polizeiangaben ist gegen zwei Tatverdächtige im Alter von 20 und 22 Jahren Anzeige erstattet worden. Bei einem weiteren Vorfall in einer benachbarten Gaststätte wurde am gleichen Abend ein weiterer 20-Jähriger von einem Rechtsextremisten mit einem Schlagring im Gesicht verletzt.
Auf dem Altmarkt der Stadt versuchte die Polizei eine Gruppe von etwa 30 Rechtsextremen zum Verlassen des Platzes zu bewegen. Dabei seien die Beamten mit Feuerwerkskörpern und Flaschen beworfen worden, teilte die Polizei mit. Ein stark alkoholisierter 22-Jähriger wurde vorläufig festgenommen.
Jugendzentrum regelmäßiges Ziel rechtsextremer Angriffe
Bereits vor zwei Wochen hatten etwa 50 Neonazis das Vereinshaus von "Vive le Courage" in Mügeln angegriffen. Die Polizei konnte einschreiten, bevor durch Flaschen Menschen verletzt und Fenster zerstört wurden. Nach Angaben Roman Beckers wiederholen sich diese Angriffsversuche seitdem an jedem Wochenende. Durch verstärkte Polizeipräsenz sei den Rechtsextremen aber der Weg zum Vereinshaus bisher versperrt gewesen.
Mügeln war im Sommer 2007 in die bundesweiten Schlagzeilen geraten, nachdem Rechtsextreme auf einem Stadtfest mehrere Inder erst durch den Ort gehetzt und dann überfallen hatten. Der FDP-Bürgermeister der Kleinstadt versuchte damals sehr schnell, die Vorgänge zu verharmlosen.
Aus diesem Vorfall hatte sich der Verein "Vive le Courage" gegründet, um etwas gegen die rechte Dominanz in der Region zu tun. Im März 2009 hatte sich erneut ein Angriff auf zwei Inder ereignet, Schauplatz der Tat war wie im Sommer 2007 die Pizzeria "Picobello". Laut "Vive le Courage" gab es im laufenden Jahr in Mügeln weitere zahlreiche Fälle von rechtsextremen Übergriffen auf Jugendliche, ausländische Gastarbeiter und Besucher der Pizzeria, Volksverhetzung, Hakenkreuzschmierereien und mutmaßlich rechtsextrem motivierter Sachbeschädigung. (epd, ksta)
NAZIS sind ja so doof!
15.09.2009 | 14.01 Uhr | Bendix
Die haben einfach keine Ahnung...Ich frage mich wo die Ihre Pizza essen, wenn die Pizzeria Piccobello in Mügeln zumacht :P
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