Erstellt 24.09.09, 08:58h, aktualisiert 24.09.09, 10:09h
Ahmadinedschad warf Israel einen "Völkermord" in den Palästinensergebieten vor. Das "zionistische Regime" gehe mit "barbarischen Attacken" gegen die Palästinenser vor. Mit Blick auf die Juden sprach er von einer "kleinen Gruppe" von Personen, die die Welt ökonomisch dominieren.
Deutschland und die anderen EU-Länder hatten sich darauf verständigt, den Raum im Falle antisemitischer Tiraden Ahmadinedschads zu verlassen. Der iranische Präsident hatte mit einer ähnlichen Rede auf einer UN-Konferenz im April in Genf einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama unterdessen weitere Iran-Sanktionen nicht ausgeschlossen. Es sei die Aufgabe beider Weltmächte, ein System von Anreizen für den Iran zu schaffen, das dem Land eine friedliche Nutzung der Atomenergie ermögliche, es aber zugleich am Besitz von Atomwaffen hindere, sagte Medwedew nach der Begegnung am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Was Sanktionen betreffe, bleibe er bei seiner Auffassung, das sie selten zu produktiven Ergebnissen führten. "Aber in manchen Fällen sind Sanktionen unvermeidbar", fügte der russische Präsident hinzu.
Obama betonte, der Iran habe gegen zu viele seiner internationalen Verpflichtungen verstoßen. Die USA und Russland stimmten darin überein, dass das Problem auf diplomatische Weise gelöst werden müsse. "Aber ich denke, dass wir beide auch darin übereinstimmen, dass, wenn der Iran nicht auf ernsthafte Verhandlungen reagiert...dass wir dann zusätzliche Maßnahmen ergreifen müssen und dass Sanktionen, ernste zusätzliche Sanktionen, eine Möglichkeit bleiben."
Medwedew und Obama hoben beide die gute Arbeitsbeziehung hervor, die sie im Laufe der vergangenen Monate entwickelt hätten. Beide äußerten sich auch zuversichtlich über das rechtzeitige Zustandekommen eines neuen START-Vertrages zur weiteren Verringerung strategischer Waffen. Das bisherige Abkommen läuft am 5. Dezember aus. (epd/dpa)
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