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Köln-Marathon 2009

Die Grenzen der Navigation

Von Jürgen Oehler, 05.10.09, 12:04h, aktualisiert 28.09.10, 15:58h

Hurra - die Läufer beim Marathon waren so schnell wie noch nie. Nur leider gilt das nicht für diejenigen, die mit Auto oder Bahn unterwegs waren. Die erlebten einen ganz anderen Marathon. Anstoß, der tägliche Kommentar auf ksta.de

Rösch, Kipkosgei
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Drei Sieger: Sabrina Mockenhaupt, Evans Kipkosgei und Marathon-Chef Harald Rösch. (Bild: Dahmen)
Rösch, Kipkosgei
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Drei Sieger: Sabrina Mockenhaupt, Evans Kipkosgei und Marathon-Chef Harald Rösch. (Bild: Dahmen)
"Nach 300 Metern rechts abbiegen - - - Nach 100 Metern rechts abbiegen - - - Jetzt rechts in die Aachener Str. abbiegen". Halt! Geht nicht. Rot-weiße Barrieren und - freundliche - Helfer in Rot versperren mir den Weg. "Hier ist heute Marathon!" Klar, weiß ich natürlich, immerhin habe ich diesen Lauf selbst sechs mal hinter mich gebracht. Aber nach meinen Berechnungen werden die ersten Halb-Marathon-Läufer frühestens um 9.15 Uhr ihre Schuhe auf den Asphalt der Aachener Straße setzen. Jetzt ist 8.10 Uhr. Aber - ganz weisungsgemäß - gibt es kein Erbarmen. Gleich kommen ja die Läufer. Gleich?

Ich bin nicht der einzige Autofahrer, der ziemliche Umwege in Kauf nehmen muss. Immerhin - ich habe einige Alternativstrecken im Kopf. Muss ich auch, denn das Navi kapituliert nach der fünften Barriere. Die Alternativen hat der Fahrer aus dem Hochsauerlandkreis nicht parat - und der mit dem Hamburger Kennzeichen schon gar nicht. "Ja da müssen sie einfach, lassen Sie mich mal überlegen, das ist eigentlich ganz einfach." Der Helfer gibt sich wirklich Mühe. Aber helfen kann er auch nicht so recht. Köln im Marathontaumel, das bedeutet Köln im Ausnahmezustand. Barrieren überall. Erklärungen? Alternativen? Fehlanzeige. Alles läuft, aber nichts geht mehr.

Nun kommen die Alleswisser:

a) Das war doch bekannt

b) Da muss man sich doch informieren

c) Das stand in der Zeitung (Zusatz: lang und breit!)

d) Bei so einem Event geht das eben nicht reibungslos

e) Hättest ja mitlaufen können

Auch für Menschen zum Beispiel, die in der Südstadt wohnen, bedeutet der Marathon Verzicht. Die Auswege aus dem Veedel sind so schwierig bis unmöglich, dass dieser Sonntag für die meisten heißt, gefangen zu sein in den eigenen vier Wänden. Denn auch etliche Bahnen und Bussen haben den Betrieb vorübergehend eingestellt. So werden die Menschen schon frühzeitig an all die Einschränkungen gewöhnt, die ihnen im Alter noch blühen.

Da stellt sich doch die Frage: Marathon, gut und schön und toll und super für unsere Stadt - aber muss "Marathon op Kölsch" gleichbedeutend sein mit derart umfangreichen Sperrungen, die zeitlich schon so weit im Voraus vorgenommen werden? Muss die Zufahrt zur Zoobrücke über die Innere Kanalstraße schon um 8.30 Uhr dicht sein, wenn die ersten Inliner diese Passagen frühestens gegen 11 Uhr passieren?

Lieber Köln-Marathon, geht es auch ein bisschen flexibler?



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