Erstellt 12.10.09, 13:52h, aktualisiert 13.10.09, 09:51h
Tief bewegt sagte die Sängerin nach ihrem letzten Konzert: "Ich wollte hier in der Hauptstadt meines Landes endgültig Abschied von allen meinen Fans nehmen. Es ist Zeit, zur Seite zu treten und jüngeren Menschen Platz zu machen". Fast alle 5000 Zuschauer im ausverkauften antiken Amphitheater Herodion hatten ebenfalls Tränen in den Augen.
Mouskouris Erfolgsgeschichte begann in den 50er Jahren. In einigen Heimatfilmen dieser Zeit tauchte plötzlich eine etwas pummelige, leicht verunsicherte junge Dame auf: Nana Mouskouri, damals noch ohne Brille. "Ja, sie war etwas schüchtern, ihre Stimme klang aber damals schon wie eine Nachtigall. Wer Ohren hatte, konnte hören, dass sie weit, sehr weit kommen wird", sagen heute ältere Leute, die ihre ersten Auftritte erlebt haben. Das Talent entfaltete sich schnell.
Schon in jungen Jahren hatte Mouskouri davon geträumt, die Leute zu unterhalten. "Auf der Bühne fühle ich mich wie zu Hause. Sie ist der ideale Ort, um Gefühle mit anderen Leuten auszutauschen", sagte sie einst. Nana Mouskouri hält einige Rekorde. Sie ist die erste griechische Sängerin, die im Ausland Erfolg hatte. Und sie hat mehr Platten und CDs verkauft als jede andere ihrer griechischen Kolleginnen: insgesamt etwa 300 Millionen.
Später wurde die Brille ihr Markenzeichen, und mit ihr begann die Karriere im Ausland. "Ohne Brille wäre ich wohl nicht Nana Mouskouri. Sie hat mir Erfolg gebracht und ist ein Teil von mir. Sie ist wie ein Schutzschild für mich", erzählte die Sängerin immer wieder. Angefangen hatte Mouskouri mit klassischer Musik und Jazz. Vorurteile gegenüber Schlagern hatte sie aber nie. "Man muss respektieren, dass die Leute das mögen. Ich finde, das ist auch poetische Musik."
Auch politisch war Nana Mouskouri aktiv. In den 90er Jahren ging sie für die konservative griechische Partei Nea Dimokratia ins Europäische Parlament. Doch nach dem Ende der Legislaturperiode gab sie auf: "Ich war von der Politik enttäuscht. Hier gibt es keine Wahrheit und keine Freiheit. Vieles dreht sich um Parteipolitik und Machterhalt", sagte sie zur Begründung.
Als UNICEF-Botschafterin war sie sehr engagiert und verknüpfte dabei Beruf und Berufung. Ihrem Land ist Nana Mouskouri sehr verbunden, trotz mancher Kränkung. Vor fünf Jahren gab es eine große Enttäuschung für Nana: "Ich hatte mich bereiterklärt, an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2004 von Athen teilzunehmen. Man hat mir aber gesagt, ich passe nicht ins Konzept", sagte sie verbittert. Vielleicht auch deswegen ist ihr Refugium nicht ihr Heimatland, sondern die Schweiz. (dpa)
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