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Ralph Giordano

„Sarrazin hat vollkommen recht“

Erstellt 13.10.09, 14:11h, aktualisiert 14.10.09, 17:27h

Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin bekommt für seine umstrittenen Äußerungen über Ausländer Schützenhilfe. Der jüdische Publizist Ralph Giordano sagte, Sarrazin beschreibe die Wirklichkeit so wie sie ist.

Ralph Giordano
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Ralph Giordano. (Bild: dpa)
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Ralph Giordano. (Bild: dpa)
Thilo Sarrazin
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Unter Druck: Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. (Bild: ddp)
Thilo Sarrazin
BERLIN - Der Schriftsteller und Publizist Ralph Giordano hat das umstrittene Interview von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin inhaltlich verteidigt. "Sarrazin beschreibt die Wirklichkeit so wie sie ist, und nicht wie seit vielen Jahren von der politischen Korrektheit dargestellt", sagte Giordano am Dienstag im Radiosender MDR-Info. Giordano schränkte ein, dass Sarrazin einige seiner "zugespitzten und aggressiven" Äußerungen "besser unterlassen hätte". Er fügte hinzu: "Aber es ändert überhaupt nichts daran, dass er vollkommen recht hat mit dem Kernsatz, mit der Bilanz: Der Sozialstaat wird nicht fertig mit Problemen, die er selbst geschaffen hat."

Giordano betonte, Sarrazin habe recht, wenn er sage: "Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen, nämlich weg von der Geldleistung, vor allem bei der Unterschicht. Er hat doch recht, wenn er sagt, 70 Prozent der türkischen und 90 Prozent der arabischen Bevölkerung würden diesen Staat ablehnen und nichts Vernünftiges für die Ausbildung ihrer Kinder tun." Nach Ansicht Giordanos hätte Sarrazin allerdings deutlicher herausstellen müssen, dass es in Deutschland auch integrationswillige Einwanderer gebe. Man dürfe keinen Generalverdacht aussprechen.

Am Dienstag sollten Sarrazins Kompetenzen im Vorstand der Bundesbank auf Betreiben von Bundesbank-Präsident Axel Weber beschnitten werden. Weber hatte zuvor Sarrazin den Rücktritt nahe gelegt, Sarrazin hatte aber abgelehnt. (dpa)



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