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Fox News

Obama erklärt Sender den Krieg

Von Nina Rehfeld, 22.10.09, 20:52h, aktualisiert 22.10.09, 23:57h

US-Präsident Barack Obama hat dem Sender Fox News den Kampf angesagt. Man werde den Sender aus dem Hause Murdoch künftig „wie einen Gegner behandeln“, sagte Obamas Kommunikationschefin. Fox News nahm den Fehdehandschuh mit Vergnügen auf.

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Fox macht Barack Obama immer wieder Ärger, nur im Sport - wie hier während der Übertragung eines Footballspiels - funktioniert die Zusammenarbeit. (Bild: Getty)
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Fox macht Barack Obama immer wieder Ärger, nur im Sport - wie hier während der Übertragung eines Footballspiels - funktioniert die Zusammenarbeit. (Bild: Getty)
Der amerikanische Präsident Harry Truman drohte einst einem Musikredakteur der „Washington Post“ Prügel an. John F. Kenedy kündigte beleidigt die Abos für die „Herald Tribune“. Richard Nixon führte eine rote Liste „feindseliger“ Reporter. Amerikanische Präsidenten haben oft ein gespanntes Verhältnis zu den Medien. Nun hat die Regierung Obama dem Nachrichtensender Fox News den Krieg erklärt. Man werde den Sender aus dem Hause Murdoch künftig „wie einen Gegner behandeln“, sagte Obamas Kommunikationschefin Anita Dunn. Fox News nahm den Fehdehandschuh mit Vergnügen auf.

Doch der Rest der amerikanischen Medienlandschaft fragt sich, ob sich die Regierung damit nicht einen Bärendienst erweist. Bereits 2007 hatte der Senderchef Roger Ailes bei einem Dinner einen Witz gerissen, der Obama und Osama verwechselte. Der schale Scherz, der Fox News den Status als Ausrichter der Kandidatendebatten kostete, setzte den Ton für eine offene Diffamierungskampagne des Senders gegen Barack Obama. Seit dessen Wahlsieg geriert sich Fox News als Stimme der Opposition.

Fox News hat sich über die vergangenen Jahre mit aggressivem Stammtischjournalismus zum führenden amerikanischen Nachrichtensender aufgeschwungen. Moderatoren wie Bill O´Reilly, Sean Hannity und Glenn Beck bemühen statt Fakten lieber emotional aufgeladene Empörung - über die linkslastigen Mainstream-Medien und die Unterminierung der amerikanischen Republik durch sozialistische Kräfte.

Schäumende Schreihälse

„Nachrichten für wütende weiße Männer“, nannte CNN-Chef Jon Klein die Strategie des Konkurrenzsenders, und die rechthaberischen Predigten von Bill O´Reilly inspirierten Stephen Colberts kultgewordene Satire „Colbert Report“. Doch während man sich über die schäumenden Schreihälse lustig machte, füllte Fox News die Lücke, die der Abgang der traditionellen Vaterfiguren des Nachrichtenfernsehens hinterlassen hatten. Fox News hat seit Anbeginn der Präsidentschaft von Obama einen zwanzigprozentigen Zuschauerzuwachs zu verzeichnen. Der Sender bezweifelte die Staatsbürgerschaft Obamas - und damit seinen Anspruch auf die Präsidentschaft - , nennt den Präsidenten einen Rassisten und torpediert seine Gesundheitsreform mit der Behauptung, „Todesgremien“ würden dann über die gesundheitliche Versorgung alter Menschen entscheiden.

Man sollte keinen Streit mit Leuten anfangen, die selbst gern streiten

Obamas Versuche, einen Waffenstillstand zu verhandeln, sind offenbar gescheitert. Bereits 2008 traf er mit Roger Ailes zu einem Gespräch zusammen, erst im vergangenen Monat konferierte sein Berater David Axelrod erneut mit dem Senderchef. Jetzt folgen deutlichere Schritte: Der Pressesprecher des Weißen Hauses bezeichnete die Berichterstattung von Fox News vor wenigen Tagen als „unwahr“, auf der Webseite der Regierung ist von einer „Schmierenkampagne“ die Rede. Eine Rubrik mit dem Titel „Fact Check“ analysiert die Behauptungen des Senders, und ein Link führt zu „weiteren Lügen von Fox News“. Bisher hatte Obama die Diffamierungen gelassen ignoriert. Doch die unqualifizierten Behauptungen der Fox News-Marktschreier bleiben zu oft unwidersprochen.

Einer aktuellen Umfrage zufolge konnten auch gerade einmal 54 Prozent der CNN-Zuschauer die „Todesgremien“ als Humbug identifizieren. Dennoch beschert Obama mit seiner Offensive dem Krawallsender womöglich bloß Kanonenfutter. Einer Politikregel zufolge legt man sich nicht mit Leuten an, die über viel Tinte oder Sendezeit verfügen. Roger Ailes würde es anders formulieren. „Man sollte keinen Streit mit Leuten anfangen“, hat er mal seinen Mitarbeitern geraten, „die selbst gern streiten.“



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