Von Thomas Kröter, 26.10.09, 20:27h
Auch Horst Seehofer wirbt in der CSU buchhalterisch für die Vereinbarung. Und macht unfreiwillig deutlich: Da ist eine Regionalpartei, die zuvörderst die Belange Bayerns zum Maßstab macht - eine historische Kuriosität, so nötig wie Bremen als selbständiges Bundesland.
Der Unterschied zwischen den drei Protagonisten ist jedoch vor allem ihren unterschiedlichen Rollen geschuldet: Die kleinen fordern - für ihre regionale oder überregionale Anhängerschaft. Mancher in der CDU ist darauf neidisch. Aber die große nationale Volkspartei hat eine andere Aufgabe: Sie muss zusammenführen. Angela Merkel hat das begriffen. Deshalb hat sie sich nicht weniger als ihr nordrhein-westfälischer Parteifreund Rüttgers das Wort des Sozialdemokraten Johannes Rau zu eigen gemacht: Versöhnen statt spalten!
Die große Koalition habe die CDU-Vorsitzende „sozialdemokratisiert“, hat es immer wieder geheißen. Guido Westerwelle wird noch zu spüren bekommen, dass Merkel sich in der Koalition mit der FDP nicht wandelt.
Im Gegenteil: Um die auch von ihr angestrebten Reformen durchzusetzen, muss sie die SPD durch teilweise Übernahme ihrer Argumente entwaffnen. Die Konflikte der Wunschkoalition sind programmiert.
Koalitionsvertrag: Schwarz-Gelb nimmt die letzte Hürde
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