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Lafer und Co

Starköche am heimischen Herd

Von Robert Lücke, 03.11.09, 21:03h

TV-Spitzenköche Johann Lafer oder Dieter Müller kochen auch am Privatherd. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich mit einem Sechs-Gänge-Menü verwöhnen lassen.

Dieter Müller
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Spitzenkoch Dieter Müller kocht auch außer Haus.
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Spitzenkoch Dieter Müller kocht auch außer Haus.
So richtig entspannen kann man ja nie, wenn man Gäste hat. Unterhalten sich alle gut? Haben alle was zu trinken? Wenn man dann noch selber kochen muss, ist eigentlich alles vorbei, denn während man die Pfanne mit den angebrannten Lammkoteletts in der einen Hand hält und nebenbei versucht, den Wein zu entkorken, klingelt es schon wieder an der Tür. Was kann da schöner sein, als sich einen Mietkoch zu bestellen, der alles macht und am Ende noch eine blitzblanke Küche hinterlässt? Wer über das nötige Geld verfügt, holt sich einen Koch nach Hause oder in die Führungsetage der Firma, damit der dort so kocht, wie man es selbst nicht kann. Das ist nicht neu, allerdings tun es immer mehr berühmte Köche. So kann man etwa Johann Lafer buchen, Kochstar der ersten Stunde. Für Privatleute kocht er allerdings nur in Ausnahmen und dann, wenn er sie persönlich kennt. „Anfragen gibt es viele, aber ich schaffe das zeitlich nicht. Und wenn meine Gäste in meinem Restaurant dann hören, dass ich jetzt auch noch privat koche, killen die mich“ - eine Anspielung auf seine häufige TV-Präsenz. „Immer mal wieder gebucht“ werde er für Edel-Caterings, „bei denen der Gastgeber darauf besteht, dass ich persönlich anwesend bin“, sagt er.

Honorare wie im Fernsehen

Walter Stemberg, jahrelang im WDR-Fernsehen und im Unterhaltungsprogramm der Fluglinie LTU im Einsatz, kocht außer im eigenen Lokal in Velbert häufig für Firmen und gute Kunden, zu Hause oder in eigens dafür angemieteten Räumen. Stemberg nimmt meist einige seiner jungen Köche mit, und inzwischen macht sein Sohn Sascha, gleichfalls Fernsehkoch und Leiter der Küche des bekannten Restaurants „Haus Stemberg“, selbst solche Außeneinsätze. Vor Zuspruch können sich die Stembergs „kaum retten“. Fernsehköchin und Kochbuchautorin Sarah Wiener nimmt nur etwa drei bis vier Buchungen dieser Art im Jahr an, allerdings gebe es weit mehr Anfragen. „Aber für jeden mache ich das nicht“, sagt sie. Wenn, seien es Privatleute oder Firmen, die es sich etwas kosten ließen, dass sie etwa für Top-Kunden einen Kochkurs abhalte. Ihr Honorar bewege sich in dem bei Fernsehköchen üblichen Rahmen zwischen 2000 und 15 000 Euro, je nach Auftraggeber, Aufwand und Zeit. „Zu oft will ich das auch gar nicht machen, denn zum Beispiel Kochkurse sind immer extrem anstrengend. Ich will den Leuten da ja auch wirklich etwas beibringen“, sagt Wiener.

Aber auch unbekanntere Küchenmeister bieten ihre Dienste an. Wer auf der Internetseite „mietkoch.tv“ im Raum Köln sucht, bekommt gleich 40 Köche genannt, die von klassischer Hausmannskost bis zu Molekularspielereien fast alles anbieten, allein oder im Team, mit großen Brimborium oder klein-klein, Candle-Light-Dinner, Sushi-Bar oder ganz große kulinarische Oper. „Mietköche sind das Spektakel schlechthin. Wenn sie vor den Augen Ihrer Gäste schneiden, braten, kochen und jonglieren, schlüpfen sie in die Rolle des Zauberkünstlers und sorgen somit nicht nur für kulinarische Höhepunkte“, so wirbt etwa der Hamburger Mietkoch Stephan Vogl für sich. Vogl ist ausgebildeter Küchenmeister, arbeitete früher in renommierten Spitzenhotels wie dem „Vier Jahreszeiten“ und dem „Bayrischen Hof“ in München. Er war einer der ersten Inserenten in dem seit 2002 existierenden Mietköche-Verzeichnis „icook.de“, dem Vorläufer von „mietkoch.tv“. Heute annoncieren darin mehrere hundert Köche - vom ausgebildeten Vollprofi bis zum selbsternannten Starkoch - ihre Dienste.

Die Nachfrage wachse rasant, sagt Vogl, der Menüs für 50 bis 80 Euro mit vier bis sechs Gängen pro Esser kocht. Auf Wunsch bringt er noch Servicekräfte mit, die den Tisch decken, servieren und abräumen, für 20 Euro die Stunde. Seine Kunden gewinnt er vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda. „Man muss den direkten Umgang schon mögen“, sagt er, „jemand, der nie zuvor die Nähe des Gastes gesucht hat, wird sich schwer tun und hier nicht weiterkommen“. Vogl liebt die Selbstdarstellung, wundert sich aber noch heute oft darüber, dass Privatleute wildfremde Menschen wie ihn in ihre Häuser ließen. Seine Kunden beschreibt Vogl als „in der Regel Angehörige der gehobenen Mittelschicht“, nur selten seien mal Mitglieder der High Society darunter. „Die ganz Reichen haben ohnehin eigenes Personal.



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