Schriftgröße

Kommentar zu Scientology

Unangenehme Wahrheiten

Von Frank Olbert, 28.10.09, 00:05h

Paul Haggis, einer der profiliertesten Drehbuchautoren Hollywoods, hat die Scientology-Sekte verlassen. Dass er Mitglied war, zeigt, dass sie Sekte nicht nur unter Polterern wie Tom Cruise Anhänger findet.

Paul Haggis
Bild vergrößern
Oscar-Preisträger Regisseur Paul Haggis ("L.A. Crash") steigt nach 35 Jahren bei Scientology aus. (Bild: dpa)
Paul Haggis
Bild verkleinern
Oscar-Preisträger Regisseur Paul Haggis ("L.A. Crash") steigt nach 35 Jahren bei Scientology aus. (Bild: dpa)
Manchmal erfährt man Dinge, auf die man niemals gekommen wäre: Paul Haggis, so ist nun zu erfahren, hat die Scientology-Sekte verlassen. Dass er da überhaupt Mitglied war!

Paul Haggis ist einer der profiliertesten Drehbuchautoren, die Hollywood derzeit aufbieten kann. Unter anderem hat er das Skript zum letzten Bond-Film geschrieben, der zugegebenermaßen so gut nicht war. Er hat bei so heraus ragenden Filmen wie „Million Dollar Baby“ von Clint Eastwood mitgewirkt und Regie bei „Das Tal von Elah“ geführt. Nachdenkliche, kritische Filme, die nicht gerade den Verdacht nahe legten, dass Haggis obskurantistischen Lehren anhängt.

Aber es sind eben nicht allein die Polterer wie Tom Cruise, die ihre Prominenz in den Dienst von Scientology stellen. Sehr effektiv arbeitet diese Vereinigung offenbar auch unter der Oberfläche von Berühmtheit und Startum.

Seinen Entschluss fasste Haggis nun, weil er die schwulenfeindliche Atmosphäre in der Sekte satt hatte. Er könne nicht Mitglied in einer Organisation sein, die das „Gay-Bashing“ betreibe, ließ er sich vernehmen. Zu seinem Schritt kann man Haggis nur gratulieren.

Bei dieser Gelegenheit kommt an die Öffentlichkeit, was führende Vertreter von Scientology stets beharrlich bestreiten - dass die Sekte zum Beispiel mit ihren Kritikern bricht, auch wenn es sich um Freunde oder Verwandte handelt. Dies hatte Tommy Davis in einem CNN-Interview als unwahr zurück gewiesen: nun zeigt sich Haggis erschüttert darüber, wie leicht ihm so etwas über die Lippen gehe. Haggis' Frau hat den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen müssen, als sie ins Nachdenken über Scientology geriet. Paul Haggis weiß also, worüber er spricht.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Anzeige


Hintergrund


Der satirische Wochenrückblick


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Bildergalerien


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Die andere Meinung


Dienste