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Interview mit Michael Cremer

„Köln hat sich bemüht“

Erstellt 03.11.09, 21:09h, aktualisiert 04.11.09, 11:47h

Der SID-Geschäftsführer Michael Cremer spricht über den Umzug der Nachrichtenagentur von Neuss nach Köln - sowie über die Pläne künftig von Ereignissen wie Fußballländerspielen verstärkt multimedial zu berichten.

Joachim Löw
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Der SID will künftig von Ereignissen wie Fußballländerspielen verstärkt multimedial berichten. (Bild: dpa)
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Der SID will künftig von Ereignissen wie Fußballländerspielen verstärkt multimedial berichten. (Bild: dpa)
Herr Cremer, Sie haben heute für den SID einen Mietvertrag in Köln unterschrieben. Warum wollen Sie nach Köln?

MICHAEL CREMER: Der SID ist aus Gründen, die in seiner Geschichte liegen, in Neuss angesiedelt. Durch das Auslaufen des Mietvertrages ergab sich aber die Möglichkeit, sich noch einmal neu über unseren Standort Gedanken zu machen. Für unsere weitere Entwicklung in den nächsten 20 Jahren ist es wichtig, den richtigen Standort zu wählen. Wir haben dabei alle Faktoren berücksichtigt, mit welchen Mitarbeitern wir zukünftig für welche Kunden aktiv sein werden. Berlin wäre die andere Option gewesen, aber wir haben uns für Köln entschieden. Zentral dafür sind logistische Fragestellungen. Wir haben zweieinhalbtausend Reportertage im Jahr. Dass wir unmittelbar neben dem Hauptbahnhof sitzen werden, ist also kein Zufall.

Was hat Ihnen die Stadt Köln geboten?

Die Stadt Köln hat sich bemüht, uns Büroflächen zu offerieren. Das war sehr hilfreich für mich als Nicht-Kölner, sich einen Überblick über die Optionen zu verschaffen.

Wie viele Mitarbeiter ziehen mit und ab wann sind Sie in Köln?

Wir werden im zweiten Quartal 2010 unseren Betrieb in Köln aufnehmen. Zurzeit arbeiten 80 Mitarbeiter in unseren Standorten in Deutschland, also in unseren Regionalbüros in Hamburg, Berlin, Frankfurt und München. Wir werden mit etwa 60 fest angestellten Mitarbeitern nach Köln kommen. Wir gehen aber davon aus, dass wir wachsen werden und neue Mitarbeiter einstellen. Schon jetzt kommen vier von fünf Journalisten von der Kölner Sporthochschule zu uns.

Welche Bedeutung soll das Fernsehen für den SID zukünftig haben?

Unser Hauptaugenmerk gilt der ergänzenden, hintergründigen Berichterstattung durch Gespräche mit Aktiven, Trainern und Verbänden.

Kommen Sie damit nicht schon ein wenig spät?

Nein ich glaube, wir kommen genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben zwei Kunden im Blickfeld. Da sind insbesondere die privaten TV-Sender, die unter Kostendruck stehen, die sich gar nicht leisten können, alle relevanten Sporttermine in der Woche und am Wochenende mit eigenen Teams zu besetzen. Da macht der Poolgedanke von Agenturen sicher Sinn. Daneben haben wir die Internet-Portale der überregionalen und regionalen Medienhäuser im Visier. Da stellt Bewegtbildwerbung die Refinanzierung der Angebote viel eher sicher als Bannerwerbung. Die wollen wir mit dem notwendigen Rohstoff dafür ausstatten.

Wer sind Ihre Konkurrenten?

Wir sehen im Moment, was unser Produktportfolio angeht, keinen Konkurrenten unter den Nachrichtenanbietern.

Der SID ist eine hundertprozentige Tochter der französischen Nachrichtenagentur AFP. Die wird von der französischen Regierung unterstützt. Sind Sie damit ein subventionierter Wettbewerber auf dem deutschen Markt?

Nein, der sid empfängt keine direkten oder indirekten Subventionen. Wir sind ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen.

Das Gespräch führte Rüdiger Heimlich



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