Von Uwe Schäfer, 04.11.09, 22:09h
Die Bewohner Stammheims lebten einst von der Landwirtschaft, seit 1216 wird auch Fischerei dokumentiert. Zwei Rüben und eine Reuse im Wappen des Dorfs zeugen noch davon. Der Ort vergrößerte sich. Eine erste Kapelle des Dorfs wurde im Jahr 1075 bezeugt. Es wurde 1250 durch einen Neubau mit Turm ersetzt. Dessen Langhaus bildet heute das Querschiff der Pfarrkirche St. Mariä Geburt. Später kamen die Großbauern. Johann von Stammheim verkaufte 1579 insgesamt 22 Hektar Land an Sibylle Wickrat und Max Reuter, die dann den Wickrater Hof in der heutigen Hofstraße 21 errichten ließen. Lebten die in wilder Ehe? Der Abt von St. Martin stimmte dem jedenfalls zu. Seit 1669 gab es auch eine regelmäßige Fährverbindung nach Köln. Das näher gelegene Mülheim wurde links liegen gelassen, da man ja St. Martin verpflichtet war.
Als 1784 eine große Eisbarriere auf dem Rhein barst und eine Flutwelle sich den Fluss hinab wälzte, wurden zwar die Stammheimer Äcker unter einer zwei Meter dicken Kiesschicht begraben, der Ort selbst litt aber glücklicherweise nicht. Ebenfalls unangenehm war für die Stammheimer Bürger, dass der Steuereintreiber für Stammheim, Flittard und Dünnwald 440 Jahre lang - von 1368 bis 1808 - gleich um die Ecke residierte. Das Schloss, 1752 erbaut, war von 1818 bis 1925 im Besitz der Freiherrn und späteren Grafen von Fürstenberg-Neheim. Einer von ihnen, Franz Egon, wurde 1856 Ehrenbürger Kölns, als zweiter überhaupt nach Ferdinand Franz Wallraf, dem die Ehrung 33 Jahre vorher zu Teil wurde.
Lustig ging es im Jahre 1931 zu. Da kollidierte ein französisches Schiff mit der Mülheimer Brücke und zerbrach. Am Stammheimer Rheinufer wurde die Ladung angespült: Fässer mit bestem französischen Wein. Lehmann: „Das gab ein großes Besäufnis.“ Vor 50 Jahren entstand die Bayer-Siedlung für Beschäftigte des Leverkusener Konzerns. Seit 1991 hat Stammheim seinen eigenen S-Bahn-Haltepunkt.
Der Bürgerverein wurde 1984 gegründet, um unter anderem die Veranstaltungstermine der vielen Vereine im Ort zu koordinieren. Ihm gehören heute 23 Gruppen und Vereine sowie etwa 60 Einzelpersonen an. „Unsere erste gemeinsame Aufgabe bestand darin, eine Halle zu suchen, in der etwa 200 Menschen gemeinsam feiern können“, so Vorsitzender Johannes Schiffgen. Später kümmerte sich der Bürgerverein auch um übergeordnete Angelegenheiten wie den Erhalt des Schlossparks, den Bau des Großklärwerks, die Zukunft des Haberland-Hauses oder die Gestaltung des Dorfplatzes.
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