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Sparkasse

Kunden müssen für Fehler büßen

Von Jörg Wagner, 04.11.09, 22:29h, aktualisiert 04.11.09, 22:30h

Die Europäische Union prüft die Finanzspritzen für die Sparkasse Köln-Bonn. Betriebswirtschaftlich ist das alles richtig. Es heißt aber auch, dass die Kunden alles ausbaden müssen, was die Chefs verursacht haben.

Als Freundin der deutschen Sparkassen war EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes nie bekannt. Seit Jahren versucht sie, das öffentlich-rechtliche Bankenlager für private Interessenten zu öffnen. Doch es wäre falsch, Kroes' Vorstoß gegen die Sparkasse Köln-Bonn als Teil des üblichen Programms zu bewerten. Die Niederländerin prüft nicht nur die Finanzspritzen für die Sparkasse, sondern fordert gleich einen Restrukturierungsplan. Das ist eins ihrer schwersten Geschütze.

Kroes ist wohl zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sparkasse immer noch kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell hat. Die Gründe dafür sind vielfältig und in der Region bekannt: langjährige Führung nach Gutsherrenart, Investitionen in fragwürdige Projekte mit hohem Risikopotenzial, politische Einflussnahme.

Die Kommissarin will ausschließen, dass die Sparkasse weiter auf öffentliche Stütze angewiesen ist, um zu überleben. Das Institut selbst arbeitet daran und spart Filialen ein. Das ist betriebswirtschaftlich richtig. Es heißt aber auch, dass die Kunden ausbaden, was die frühere Führung verursacht hat. Und dass die Sparkasse das schwächt, was im harten Wettbewerb ihr letztes Pfund ist: für ihre Kunden jeweils um die Ecke erreichbar zu sein.



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