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Kongress

Adidas will soziale Schuhfabrik bauen

Von Uli Kreikebaum, 08.11.09, 22:06h, aktualisiert 08.11.09, 22:07h

Soziales Unternehmertum war das Thema beim Zukunftskongress „Vision Summit“ in Berlin. Auch Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus war zu Gast. Über Grenzen und Risiken des „Social Business“ wurde wenig geredet.

Muhammad Yunus
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Muhammad Yunus. (Bild: Afp)
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Muhammad Yunus. (Bild: Afp)
BERLIN - „Another wall to fall“, eine weitere Mauer soll fallen - so lautet die Botschaft des dritten Zukunftskongresses „Vision Summit“ in Berlin, zu dem am Sonntag rund 1000 Menschen ins Audimax der Freien Universität Berlin strömten. Gemeint war die Mauer zwischen Arm und Reich. Die Lösung soll soziales Unternehmertum („Social Business“) sein. Wichtigster Botschafter ist Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, der Erfinder der Mikrokredite für Arme. „Wir müssen Unternehmen dazu bringen, ihre Technologien zum Wohl der Armen einzusetzen, damit diese ein selbstbestimmtes Leben können“, betonte Yunus in Berlin. Er kündigte eine Kooperation mit dem Sportartikelhersteller Adidas an, der in Bangladesch eine „soziale Schuhfabrik“ aufbauen will.

Das erste deutsche Unternehmen, das mit Yunus' Grameen-Bank kooperiert, ist BASF. 100 000 Moskitonetze, eine Million Vitaminpräparate und 200 000 Euro Startkapital stellt der Konzern zur Verfügung, um Malaria und Unterernährung in Bangladesch zu bekämpfen. Die Produkte werden zu erschwinglichen Preisen verkauft, die Einnahmen fließen in die Ausweitung des sozialen Unternehmens. „Wir planen, diese Praxis im Erfolgsfall auf andere Länder und andere Produkte auszudehnen“, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Hambrecht, der dafür plädiert, die klassische Entwicklungshilfe auf soziale Unternehmenshilfen umzustellen. Michael Otto, Aufsichtsratschef der Otto Group, sprach über das Baumwolle-Projekt „Cotton made in Africa“. Die Initiative erfüllt zwar nicht das Kriterium für soziales Wirtschaften von Yunus, wonach der Unternehmer keinen Profit machen darf, Applaus spendete das Publikum trotzdem. Allerdings gab es auch Kritik, dass in der Berliner Debatte Grenzen und Risiken von „Social Business“ weitgehend ausgeklammert blieben.



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