Von Joachim Wille, 08.11.09, 22:49h, aktualisiert 10.11.09, 09:54h
Es war abzusehen, dass die CDU von Wahlverlierer Peter Müller das „ambitionierte“ Projekt locker durchwinken würde und die FDP des jungen, flexiblen Christoph Hartmann sowieso. Bei der CDU gab es ein bisschen Gegrummel wegen der künftig angegrünten Bildungspolitik, die ein fünftes Grundschuljahr vorsieht und eine „Gemeinschaftsschule“ neben dem Gymnasium. Das war's auch schon. Logisch: Nur mit Jamaika kann die geschrumpfte Union am Drücker bleiben.
Dritte Amtszeit trotz Debakel
Die Basis schien die vormals undenkbare Gelenkigkeit des Ministerpräsidenten auf dem Öko-Hometrainer sogar zu bewundern. Aus dem Wahldebakel zauberte der Mann eine dritte Amtszeit. Das muss ihm erst einmal einer nachmachen.
Bei den Grünen ging es weniger glatt. Zwar hatten die Partei vor vier Wochen mit großer Mehrheit für die Jamaika-Variante und gegen Rot-Rot-Grün votiert, da die Inhalte stimmten und das bürgerliche Trio verlässlicher erschien. Doch Landeschef Hubert Ulrich, der diesen Wechsel vorgeschlagen hatte, machte zwischenzeitlich gar keine gute Figur. Da ging es etwa um seinen Job bei einem FDP-Unternehmer, dessen mögliche Spenden an die Grünen und den Umgang mit internen Kritikern. Der Parteitag nickte den Jamaikastart zwar mit großer Mehrheit ab, aber ein Geschmäckle bleibt.
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