Von Joachim Röhrig, 09.11.09, 10:14h, aktualisiert 09.11.09, 12:23h
Nachdem die mit 75 Prozent gewichteten Wertungspunkte der Jury sowie die zu 25 Prozent einfließenden Erst- und Zweitstimmen des Publikums durch die geheimnisvolle „Local Heroes“-Rechenmaschine gedreht worden waren, herrschte gegen Mitternacht endlich Klarheit: 20,4 Prozent für „The Jabs“, 21,9 Prozent für „Until This“, 22,0 Prozent für „Blinded“ - enger geht es wirklich kaum!
Dass sie mit ihrem eingängigen Ska-Hardrock-Britpop-Mix auf ihre alten Tage noch einmal einen solchen Erfolg einfahren würden, hätten die vier Jungs von „Blinded“ im Vorfeld wohl selber kaum geglaubt. Denn schon beim Vorentscheid hatten sie sich allein dank einer starken Publikumswertung hauchdünn gegen „Down By Contact“ durchsetzen und überhaupt erst fürs Finale qualifizieren können. „Da waren wir wirklich nicht gut drauf, aber anschließend haben wir noch einmal geprobt wie die Irren. Und heute hat wirklich alles gestimmt“, freute sich Sänger und Gitarrist Matus Banyay, „wir hatten Spaß, die Zuhörer hatten Spaß - und genau darauf kommt es schließlich an.“
Außer über 1000 Euro Preisgeld dürfen sich „Blinded“ nun auf einen Auftritt beim Medio-Weihnachtskonzert und beim nächsten Erftrock-Festival freuen. Bei den „Local Heroes“, wo sie in anderer Besetzung schon vor sechs Jahren einmal ins Rennen gegangen waren, werden Matus Banyay, Philipp Oster (Bass), Kai Volkmann (Drums) und Jakob Swierzy (Gitarre) allerdings keinen Spaß mehr haben, denn drei der vier Musiker haben bereits die Altersgrenze von 27 Jahren erreicht.
Die Zukunft gehört zwei anderen Bands mit weitaus jüngeren Musikern: Sowohl „Until This“ als auch die südamerikanisch-arabisch-polnisch-deutsche Combo „The Jabs“, die sich beide erst vor wenigen Monaten zusammengetan haben, überraschten mit höchst kreativem, sehr eigenständigen, zupackendem Alternative Rock und boten zudem starke Bühnenshows. Beide Formationen stehen für einen neuen Trend in der regionalen Nachwuchsszene. „Der von Punk und Metal dominierte knallharte Hau-drauf-Rock vergangener Jahre scheint allmählich passé zu sein. Die neuen Bands legen mehr Wert auf die Beherrschung ihrer Instrumente, feilen intensiver an ihrem Sound und ihren Songs und vergessen trotzdem nicht, dass auch eine gute Bühnenpräsenz ganz wichtig ist“, so Kersten Müller von der Bergheimer „Kulturwerkstatt“, die das „Local Heroes“-Festival auch diesmal wieder prima organisierte und sich dabei über einen verstärkten Zulauf freuen durfte. Nachdem das Interesse der Bands zuletzt etwas abgeflaut war, bewarben sich diesmal immerhin wieder 18 Gruppen um die fünf Finaltickets.
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