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Bezirksvertretung

Jamaika in Chorweiler

Von Oliver Görtz, 09.11.09, 12:13h

Eine Frau wird den Posten des Oberbürgermeisters in Chorweiler übernehmen. Die Grünen-Politikerin Cornelie Wittsack-Junge wurde mit den Stimmen von CDU und FDP gewählt.

Cornelie Wittsack-Junge
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Cornelie Wittsack-Junge (Bild: Görtz)
Cornelie Wittsack-Junge
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Cornelie Wittsack-Junge (Bild: Görtz)
Chorweiler - Zum ersten Mal übernimmt in Chorweiler eine Frau den Posten des Bezirksbürgermeisters. Die Grünen-Politikerin Cornelie Wittsack-Junge wurde jetzt während der konstituierenden Sitzung der Bezirksvertretung mit den Stimmen von CDU und FDP in diese Position gewählt. Eigentlich hatte ihr Vorgänger Jürgen Kircher (SPD) das Amt weiterführen wollen. Doch die Grünen hatten sich kurzfristig mit den Christdemokraten auf eine Kooperation verständigt und sich die Stimme des FDP-Bezirksvertreters gesichert - Jamaika in Chorweiler. Damit war der Weg frei für Wittsack-Junge.

Die SPD fühlt sich von den Grünen übergangen und wirft dem ehemaligen Koalitionspartner gar „Wahlbetrug“ vor, zürnt Kircher. „Wir haben gemeinsam mit den Grünen Wahlkampf gemacht und den Leuten gesagt, dass wir Rot-Grün fortsetzen werden“, erklärte er. „Wir hatten vor der Wahl eine solche Vereinbarung getroffen und schon einen Koalitionsvertrag vorformuliert. Von der Entscheidung der Grünen, mit CDU und FDP zusammenzuarbeiten, „waren wir mehr als überrascht“, sagte Kircher, der nur noch erster stellvertretender Bezirksbürgermeister ist. Er glaubt, die Grünen, die bei der Kommunalwahl drittstärkste Kraft geworden waren, seien vor allem der Verlockung des möglichen Bürgermeisteramts erlegen: „Denn bei einer Zusammenarbeit mit uns wäre Cornelie Wittsack-Junge nicht Bezirksbürgermeisterin geworden“, diesen Posten hätte Kircher behalten.

„Wir wollten kein Linksbündnis“, so Wittsack-Junge. Denn die SPD wollte die für die Bezirksbürgermeister-Wahl nötige Zehn-Stimmen-Mehrheit in der Bezirksvertretung mit den Grünen und dem Linken-Delegierten Dieter Wernig erreichen. Mit der Linken wollten die Grünen aber nicht zusammenarbeiten, da die Partei „im Bezirk kaum aktiv“ sei. Zudem habe die SPD die Grünen „als Juniorpartner gesehen. Wir sind aber eine eigenständige Partei“, deren Profil es nun zu schärfen gelte, sagte Wittsack-Junge, die ihren bisherigen Fraktionsvorsitz an Wolfgang Kleinhans abgibt. Die Klagen Kirchers über die gescheiterte Kooperation findet sie „lächerlich“.

Christdemokraten und Grüne sehen ihre Zusammenarbeit als „produktiven und kreativen Motor für den Stadtbezirk“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Parteien haben in einem Kooperationspapier unter anderem die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, die Ablehnung des geplanten Stadtteils Kreuzfeld und eines Logistikzentrums bei Lindweiler sowie eine transparente Planung des Retentionsraums Worringer Bruch angesprochen. Potenzielle Streitthemen wie eine mögliche Umgehungsstraße für Esch, die die CDU befürwortet, die Grünen jedoch strikt ablehnen, werden nicht aufgeführt. Cornelie Wittsack-Junge: „Wir haben uns mit der CDU darüber verständigt, dass man in Ausnahmen auch mal gegenteiliger Meinungen sein kann.“



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