Von Nadine Hantke, 09.11.09, 15:57h
Genau danach sehnen sich die Leute scheinbar auch in Zeiten der „Wirtschaftskrise“ und kommen zum 31. Kunsthandwerkermarkt, um sich mit schönen Dingen einzudecken. „Auf wundersame Weise ist die Krise an uns vorüber gegangen“, freut sich Veranstalterin Dagmar Höhne-Heeger.
Jürgen Triebsch ist Konditormeister und bietet Pralinen, Trüffel und Schokoladenspezialitäten an. Kreativität ist bei ihm oberstes Gebot und so hat er sogar ein Gebiss aus Marzipan im Angebot. Er kommt gerne zum Kunsthandwerkermarkt im Engelshof, auch deshalb, „weil sich die Aussteller hier so gut ergänzen“. Während Triebsch mit seinen Trüffeln auf dem Gelände das Monopol hat, so sind besonders Filzwaren ein Trend, den viele Kunsthandwerker bedienen. Hüte, Jacken und sogar Ketten und Ringe aus Filzstoff werden angeboten und gerne gekauft.
Doch auch, wer nicht mit diesem Trend gehen wollte, wurde auf dem überaus gut besuchten Markt fündig. Neben Schmuck in allen Variationen gab es auch Bilder, Skulpturen, Lederwaren und Liköre. Auf der Galerie im Festsaal zauberte Martin Schönwälder den Besuchern mit seiner „kleinsten Klarinette“ der Welt ein Lächeln ins Gesicht. Auf die Idee, eine Miniatur-Klarinette zu bauen ist er in Australien gekommen, als ein Freund versuchte eine Möhre zu einem Musikinstrument auszuhöhlen. Auch Bernd Vroemen bot den Besuchern einen Ohrenschmaus. Er fertigt Lautsprecher aus Schiefer, Marmor und Granit an. Kein günstiger Spaß, doch klanglich und gestalterisch sind die Lautsprecher etwas ganz besonderes.
Figürchen aus Schrauben
Zwischen dem ganzen Schauen und Kaufen hatten die Besucher auch die Möglichkeit, sich bei einer deftigen Erbsensuppe oder einem Stück Kuchen auszuruhen, bevor der Bummel weiterging. Die Metallkünstlerin Gabi Schlösser bastelt kleine Figuren aus Schrauben und schätzt das Publikum: „Die Leute erkennen einfach, dass der Markt Kunsthandwerk anbietet und keine Handelsware - dadurch stimmt einfach das ganze Ambiente“.
Auch Elke Becker stellt Metallskulpturen her. Sie verwendet alte Dinge wie gebrauchte Hufeisen oder rostige Suppenkellen, um schöne Windspiele zu kreieren. Auch sie kommt häufig zum Kunsthandwerkermarkt auf den Engelshof. „Ich liebe die Aufgeschlossenheit des rheinischen Publikums“, sagt die Wuppertalerin, die mit ihrer Kunst in ganz Deutschland unterwegs ist.
Und das aufgeschlossene Publikum strömte auch fast aus dem gesamten Rheinland herbei. Für den Besuch des Kunsthandwerkermarktes umfuhr es die Sperrung der A3 und nahm sogar eine lange Schlange vor dem Eingang in Kauf.
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