Modern Jazz & Rock spielte die Band „Terminal A“ in der Tiefgarage. (Bild: Rossbach)
Modern Jazz & Rock spielte die Band „Terminal A“ in der Tiefgarage. (Bild: Rossbach)
Hürth -
16 Bands auf sechs Bühnen, mehr als acht Stunden elektrisierte und elektrisierende Live-Musik! Der Hürther Jazz-Club hat es mit der mittlerweile 19. Hürther Jazznacht wieder einmal geschafft, seine Fans mit einer spannenden Mischung aus Old Time Jazz, Swing und modernem Jazz zu verwöhnen. Doch selbstverständlich sollten auch die Freunde des klassischen Big-Band-Sound voll auf ihre Kosten kommen. Und so verwandelte sich das Bürgerhaus am Samstagabend ab 18 Uhr in eine Art Jazz-Klang-Werkstatt. Aus allen Ecken des Gebäudes drang Musik, man ließ sich treiben und überraschen. Die ersten Töne waren vor der Hauptbühne im Römersaal zu vernehmen - die Mary-Castle-Jazzband hatte den Abend soeben eröffnet. Der Römersaal sollte in dieser Nacht gewissermaßen für die traditionellen Jazz-Töne reserviert bleiben - Mainstream könnte man das auch nennen. Matthias Strucken und das Cologne Swing Assembly mit Special Guest Siggi Gerhard, Pats Bigband und später Oliver Pospiech´s Small Big Band gaben sich hier die Ehre. Auch in die „Unterwelt“ konnte man an diesem Abend hinabsteigen, genauer gesagt in die Tiefgarage des des Bürgerhauses. Auf drei Bühnen, bei stimmungsvollem Licht und heißen Rhythmen, wurde hier bis tief in die Nacht gefeiert und vor allem auf die Interessen der musikalischen Jugend gesetzt. Funk und Soul von der feinsten Sorte wurde von der 2002 gegründeten Kölner Band „Talking Loud“ geboten, gefolgt von „Terminal A“, die das Spektrum in Richtung Modern Jazz und Rock verlagerten. Doch dann durfte man sich wie schon in den vergangenen Hürther Jazz-Nächten der unwiderstehlichen Energie der Santana-Coverband „Supernatural“ hingeben.
Ganz andere Wege wurde dagegen wieder eine Etage höher im Erdgeschoss eingeschlagen. In den beiden Clubräumen konnte man experimentellere, fernab vom Mainstream angesiedelte Formationen erleben, so zum Beispiel mit dem ebenso temperamentvollen wie lyrischen Duo „Magnolia & van Endert“, die sich jeder Kategorisierung entziehen. Mit ihrer facettenreiche Stimme wechselt Sängerin Anne Hartkamp zwischen Komponiertem und Improvisiertem, überrascht und fordert den Zuhörer in kongenialem Zusammenspiel mit Gitarrist Philipp van Endert - sicherlich ein Highlight der 19. Hürther Jazznacht. Groovige und anspruchsvolle Musik gab es mit Gleb & Co zu bewundern, ein äußerst vielseitiges Ensemble um Saxophonist Gleb Vascenko. Und wem das alles zu wild war, der konnte es sich auch in der Gastronomie gemütlich machen und die Musik des groovenden Streichquartetts „String Thing“ oder des Klezmer-Trios „A Tickle in the Heart“ genießen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, was sich der Jazz-Club Hürth zur 20. Jazznacht im kommenden Jahr alles einfallen lässt.