Von Claudia Valder-Knechtges, 09.11.09, 15:53h
Höchst beeindruckend, wie das Künstlerpaar die Gedichte aus dem posthum veröffentlichten Gedichtband „Das Meer und die Glocken“ musikalisch darstellte, ebenso wie den bereits 2004 entstandenen Liederzyklus „Griffith songs“, auf Gedichte der englischen Lyrikerin Jane Griffith. Anspruchsvolle Texte in entsprechender musikalischer Umsetzung - schwer zu singen und zu spielen, auch schwer zu verstehen - aber in der gekonnten Umsetzung überzeugend.
Viele Bildklänge und Klangbilder stellten sich ein, jeder Zuhörer konnte sich (unterstützt auch von den Textblättern mit Übersetzungen) von den modernen Werken auf seine ganz persönliche Art in geistige und emotionale Sphären entführen lassen, die im Alltag und auch in weniger ambitionierten Konzerten zumeist unzugänglich bleiben.
Auch in Schuberts „Auf dem Wasser zu singen“, Dowlands „Flow my tears“ und Albert Roussels „Deux Poèmes de Ronsard“, von Peter Stein in meisterlicher Art für sein Instrument und Solo-Alt bearbeitet, wurde auf eine unnachahmliche Weise Außergewöhnliches in neue Zusammenhänge gestellt.
Auch hier gab es zwei Uraufführungen, die den Blick dafür öffneten, wie viel man auch mit einer solistischen Violine transportieren kann, wo sonst vollgriffige Klavierbegleitung üblich ist. Gerade auch bei Dowland gelang es, den archaischen Charakter der alten Musik in der zeitgenössischen Bearbeitung sehr schön zur Geltung zu bringen.
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