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Bergschäden

Buirer haben Angst um Häuser

Von Joachim Röhrig, 09.11.09, 17:02h

Im evangelischen Gemeindehaus wurden die Stühle knapp: Gut 100 Bürgerinnen und Bürger besuchten auf Einladung des Vereins „Buirer für Buir“ einen Informationsabend zum Thema „Bergschäden“.

Bergschäden
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Peter Abels (l.) von „Buirer für Buir“ zeigte Fotos von Mauerwerksrissen, bei denen es sich womöglich um Bergschäden handelt. (Bild: Röhrig)
Bergschäden
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Peter Abels (l.) von „Buirer für Buir“ zeigte Fotos von Mauerwerksrissen, bei denen es sich womöglich um Bergschäden handelt. (Bild: Röhrig)
Kerpen-Buir - Sie alle wollten erfahren, was möglicherweise auf sie und ihre Häuser zukommt, wenn die Bagger des Braunkohlentagebaus Hambach näher und näher an den Ortsrand heranrücken. Nicht wenige Einwohner befürchten, dass alles noch schlimmer wird als in den 80er Jahren. Damals wurden im Buirer Süden mehrere durch Bergbauschäden unbewohnbar gewordene Gebäude abgerissen.

„Mein Haus war erst ein paar Jahre alt, als es Mitte der Achtziger abgerissen werden musste“, erinnert sich Max Hempel, „ich hatte es auf einer tektonischen Störung errichtet, die viel mehr Probleme machte als erwartet. Die damalige Rheinbraun hatte im Vorfeld gemessen und gesagt, es könne nichts passieren, wenn ich auf einem verstärkten Fundament baue. Doch es ist ganz anders gekommen.“

Hempel und einige weitere Betroffene wurden damals zwar entschädigt, aber es überrascht nicht, dass sich angesichts einer solchen Vorgeschichte im Ort nun wieder ungute Gefühle ausbreiten.

Schließlich rückt der neue Tagebau viel näher an Buir heran als die alten Abgrabungen in Bergheim und Frechen, und er ist auch deutlich größer. Dass Peter Abels von „Buirer für Buir“ beim Infoabend zudem Bilder aus der Heribertstraße und der Merzenicher Straße zeigte, auf denen bereits neue Risse in Hauswänden und Straßenbelägen zu erkennen sind, trug ebenfalls nicht gerade zur Beruhigung bei.

Es war aber auch nicht Sinn und Zweck der Veranstaltung, die Leute zu beruhigen - im Gegenteil: Immer wieder riefen die Initiatoren die Hauseigentümer dazu auf, wachsam zu sein und ganz genau darauf zu achten, ob sich irgendwelche auffälligen Veränderungen an der Gebäudesubstanz zeigen. Das können zunächst ganz kleine, meist im Keller beginnende und oft diagonal verlaufende Risse im Mauerwerk sein, aber auch plötzlich schleifende Türen und klemmende Fenster sowie Brüche in Fliesen, Fensterbänken, Kaminen oder Rohrleitungen.

Der Bergschaden-Sachverständige Peter Immekus und die Rechtsanwältin Doris Vorloeper vom „Netzwerk Berbaugeschädigter des Rheinischen Braunhohlenreviers“, dem jetzt auch die „Buirer für Buir“ beigetreten sind, rieten den Hausbesitzern dazu, ab sofort so genau wie möglich zu dokumentieren, wie es um ihre Gebäude bestellt ist, und dabei viele Fotos zu machen - durchaus auch von unbeschädigten Wänden, um später im Fall der Fälle nachweisen zu können, dass ein Riss nicht „immer schon da war“, sondern neu sei.

Wichtig sei, dass viele Bürger mitmachten, denn zur Stärkung der Verhandlungsposition gegenüber RWE gelte es, ein genaues Bild über den Verlauf von Veränderungen im gesamten Ort zu erstellen.

Über neue Schadensmeldungen aus Buir würde sich Peter Immekus indes nicht wundern. Bislang sei der Ort vorwiegend vom großräumigen Abpumpen der tiefen Grundwasserschichten betroffen gewesen. Im Zuge des heranrückenden Tagebaus werde nun aber auch der obere Grundwasserleiter angegriffen. „Das muss nicht zwingend zu Schäden führen, kann aber vor allem dann Probleme verursachen, wenn ein Haus auf ungünstigem Grund steht.“



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