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Kinder-Projekt

Ein Bär soll vor Nazis schützen

Von Rainer Rudolph, 09.11.09, 16:44h, aktualisiert 09.11.09, 19:54h

Tamara Dreifuss hat den Holocaust überlebt. Als Kind war die Wahl-Kölnerin in ein Ghetto in Litauen deportiert worden. Ihre Geschichte erzählt die Seniorin heute in Schulen. Demnächst erscheint ihr Schicksal als Kinderbuch.

Tamara Dreifuss
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Die Holocaust-Überlebende Tamar Dreifuss mit Schülern, die das Schicksal der heutigen Pädagogin auf Bildern festhielten. (Bild: Grönert)
Tamara Dreifuss
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Die Holocaust-Überlebende Tamar Dreifuss mit Schülern, die das Schicksal der heutigen Pädagogin auf Bildern festhielten. (Bild: Grönert)
Mülheim - Der Koffer auf der Kinderzeichnung steht halb offen: etwa zu essen ist darin und - ein lachender Bär. „Was würdest du in den Koffer tun, wenn du nur weniges mitnehmen könntest?“, lautet die Frage, die von Kindern der Gemeinschaftsgrundschule Mülheimer Freiheit mit Zeichnungen wie dieser beantwortet wurde. „Ich nehme einen furchteinflößigen Bären mit. Er beschützt mich immer, wenn ein Nazi mich bedroht“, erklärt eins der Kinder. Die Zeichnungen gehen auf eine wahre Geschichte zurück: das Leben der Jüdin Tamar Dreifuss, einer Überlebenden des Holocausts. Als Kind wurde sie - nur mit einem kleinen Koffer in der Hand - ins Ghetto von Wilna (Litauen) gebracht, verlor den Vater und flüchtete nach ihrer Deportation mit ihrer Mutter auf einen kleinen Bauernhof, wo sie überlebte. Nach dem Krieg lebte sie mit ihrer Mutter zunächst in Israel. Heute wohnt sie bei Köln und erzählt in Schulen von ihrem Schicksal.

Ihrem Traum, daraus ein Kinderbuch zu machen, ist sie durch die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des „Lern- und Gedenkortes Jawne“ ein Stück näher gekommen. Gemeinsam entwickelte man ein Modellprojekt für Schulen, auf dessen Basis im nächsten Jahr ein Buch über „die wundersame Rettung der kleinen Tamar 1944“ erscheinen soll.

Der Versuch, den Schrecken des Holocaust für Kinder im Grundschulalter ein Stück weit erfahrbar zu machen, erregte Aufsehen. Das Projekt wurde mit einem von vier Hauptpreisen in dem Wettbewerb „Mixed up“ ausgezeichnet, der von der „Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung“ veranstaltet und vom Bundesfamilienministerium gefördert wird.

Gestern sahen sich Tamar Dreifuss und die Kinder der Kölner Grundschule in der Gedenkstätte für die Jawne am Erich-Klibansky-Platz wieder. Das Team der Gedenkstätte hatte eine Ausstellung über die Zusammenarbeit organisiert. Auch Oberbürgermeister Jürgen Roters war gekommen und überreichte den Schülern Anerkennungsurkunden für ihre Mitwirkung. Zugleich wurden Unterschriften für den Erhalt des Gedenkortes gesammelt, dessen Fortbestehen wegen Mietforderungen des Hauseigentümers, der Allianz-Versicherung, gefährdet ist. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Projektes können die Miete nicht aufbringen. Am Abend wurde von dem Bündnis „Kein Vergessen“ zu einer Protestdemonstration zum Sitz der Versicherung aufgerufen.



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