Von Jürgen Feibig, 10.11.09, 20:35h
Nachdem Schülerinnen der Gesamtschule an der Gedenkstele vor dem Rathaus die Namen der Opfer des Holocaust verlesen hatten, begaben sich die Teilnehmer bei strömenden Regen zügig in einem Lichterzug zum Forum der Gesamtschule. Dort hielt die stellvertretende Bürgermeisterin Mariette Sahm eine Ansprache. Dabei widmete sie sich unter anderem den Ereignissen, die vor 71 Jahren in Weilerswist stattgefunden hatten. Auch die Leiterin der Gesamtschule, Susanne Daams-Steinert, hatte zuvor in ihrer Begrüßungsrede mahnende Worte gesprochen und auf Zusammenhänge zwischen der heutigen Zeit und der Situation in den 1930er Jahren verwiesen.
Fiktive Gerichtsverhandlung
In den zurückliegenden Wochen hatten rund 150 Schüler des siebten Jahrgangs der Gesamtschule für die Gedenkveranstaltung ein Programm mit dem Titel „Vergangenheit - Unvergessen“ erarbeitet. Dazu gehörten auch fiktive Interviews und Spielszenen. In einer fiktiven Gerichtsverhandlung befassten sich die Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren mit den Gefahren, die auch heute noch vom Rechtsradikalismus ausgehen.
Im Forum herrschte gespenstische Stille, als die Schüler Erlebnisberichte der Pogromnacht aus Euskirchen, Erftstadt und Weilerswist vorlasen. Besondere Betroffenheit breitete sich unter den Schülern aus, als über das Schicksal der Weilerswister Familie Scheuer berichtet wurde. Mit zwei Liedvorträgen der Schüler endete das Programm. Zu sehen war auch eine Ausstellung mit Fotos und Texten, die die sinnlose Schändung jüdischer Gräber dokumentierten.
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