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Kostensteigerung

Notdienst Chorweiler in Not

Erstellt 11.11.09, 17:05h

Der Notdienst Chorweiler ist selbst in Not: Sinkende Behandlungshonorare, steigende Unterhaltungskosten und aus dem Bezirk abwandernde Ärzte bereiten den Medizinern Finanzierungsprobleme - sie erwägen gar, die Einrichtung an der Florenzer Straße aufzugeben.

Notfallpraxis
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Die Notfallpraxis in Chorweiler ist die einzige medizinische Anlaufstelle im Stadtbezirk, wenn andere Arztpraxen geschlossen haben. (Bild: Görtz)
Notfallpraxis
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Die Notfallpraxis in Chorweiler ist die einzige medizinische Anlaufstelle im Stadtbezirk, wenn andere Arztpraxen geschlossen haben. (Bild: Görtz)
Chorweiler - Jährlich fast 10.000 Patienten behandelt der Hausärztliche Notdienst des Stadtbezirks Chorweiler. Die Einrichtung wird dann konsultiert, wenn herkömmliche Praxen geschlossen haben: Nachts sowie an Feiertagen und Wochenenden rund um die Uhr. Nun ist der Notdienst selbst in Not. Sinkende Behandlungshonorare, steigende Unterhaltungskosten und aus dem Bezirk abwandernde Ärzte bereiten den Medizinern Finanzierungsprobleme - sie fürchten, dass sie in diesem Jahr mit der Notfallpraxis erstmals ein Minus erwirtschaften. Deshalb erwägen sie gar, die Einrichtung an der Florenzer Straße aufzugeben und mit Notdiensten im Nippeser St.-Vinzenz-Hospital oder Dormagen zu fusionieren. Bei einem akuten Notfall würde dies für viele Patienten deutliche längere Wege zu einer schnellen ärztlichen Versorgung bedeuten. Denn die Stelle ist der einzige Anlaufpunkt dieser Art im Bezirk; ein Krankenhaus gibt es nicht.

Die im Bezirk Chorweiler niedergelassen Mediziner sind im Rahmen ihres Versorgungsauftrags unter anderem von der Ärztekammer dazu verpflichtet, einen solchen Notdienst zu betreiben. Die Kosten verteilen sich auf die zurzeit 70 Ärzte vor Ort, die dem Trägerverein „Der Kölner Norden e.V.“ angeschlossen sind. Zum Vergleich: Der Notdienst in Nippes hat weit mehr als 200 Mitglieder. Etwa 140 000 Euro jährlich müssen die Chorweiler Ärzte für ihren Notdienst aufbringen. Fast 2000 Euro monatliche Raummiete, Wartungskosten für die Geräte, vor allem aber das Personal - rund 88 000 Euro pro Jahr - schlagen hier zu Buche. Es behandeln meist allgemeinmedizinische Kollegen, die der Trägerverein bezahlt, da dessen Mitglieder oft Spezialisten wie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sind, die in der Notfallversorgung wenig geübt sind.

Die ausführenden Ärzte erhalten 60 Prozent des eigentlichen Honorars, der Trägerverein 40 Prozent. Von diesen 40 Prozent muss die komplette Praxis betrieben werden. „Seit der Honorarreform, die in diesem Jahr in Kraft getreten ist, bekommen wir für die gleichen Leistungen 15 Prozent weniger“, erklärt Thomas Wattenberg, Vorsitzender des Trägervereins. Zudem würden immer mehr Kollegen aus dem Bezirk abwandern. Folglich verteilen sich die Kosten auf immer weniger Personen.

„Am liebsten möchten wir die Notfallpraxis in Chorweiler erhalten. Dazu müssten wir die Kosten senken“, sagt Wattenberg. Dies sei vor allem über die Raummiete möglich, doch die Hausbesitzerin, die Gesellschaft „Grubo“, habe noch nichts dergleichen signalisiert. „Ansonsten könnten wir uns den Kollegen in Dormagen oder Nippes anschließen“, erklärt der Vorsitzende. Dann würden pro Schicht zwei Chorweiler Kollegen statt eines einzelnen Dienst tun: Einer in der Praxis, ein anderer fährt mit einem Auto zu bettlägerigen Patienten. Hilfebedürftige, die mobil sind, müssen sich dann auf eigene Faust auf die mitunter weite Reise nach Nippes oder Dormagen begeben.

Die Unterstützung der Chorweiler Bezirksvertretung ist den Ärzten immerhin gewiss. Im Kooperationsvertrag von CDU und Grünen, die sich nun mit der FDP auf eine Zusammenarbeit geeinigt haben, ist der Erhalt des ärztlichen Notdiensts ein fester Punkt. Auch die SPD wird sich dafür einsetzen, versichert der erste stellvertretende Bezirksbürgermeister Jürgen Kircher: „Es kann nicht sein, dass die 82.000 Menschen im Bezirk keine Notfallversorgung vor Ort haben.“



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