Von Uwe Schäfer, 12.11.09, 15:50h
Das geschah vor 30 Jahren, am 3. November 1979. Was mit einer Hausbesetzung begann, hat sich in den drei Jahrzehnten zu einem anerkannten sozialen Projekt entwickelt, der SSM - der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim. Der Verein feierte kürzlich den Jahrestag.
„Vorher waren wir in einem besetzten Haus am Salierring aktiv“, erinnert sich Rainer Kippe, Zentralfigur des Mülheimer Projekts. Die Anfänge von SSM reichen bis Ende der 60er Jahre zurück. Damals gründete sich die „Sozialpädagogische Sondermaßnahme Köln“, kurz SSK genannt. Diese nahm sich obdachloser Jugendlicher an und besetzte mit ihnen Häuser. „So wollten wir auf deren Lage aufmerksam machen“, sagt Kippe. Später kamen noch Wohngruppen mit ehemaligen Patienten des Landeskrankenhauses Brauweiler hinzu, weil dieses geschlossen wurde. „Um die hätte sich sonst niemand gekümmert.“ Die Hausbesetzer begannen, soziale Projekte zu entwickeln.
Heute wohnen und arbeiten in der Düsseldorfer Straße 20 Menschen, betreiben einen Umzugsservice, eine Möbelkammer und beraten Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die rund 1000 Quadratmeter Wohnfläche haben sie sich selbst geschaffen, indem sie das baufällige Haus in Stand setzten.
Die Idee des Projekts ist es, Menschen, die sonst auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hätten, sinnvolle Tätigkeit zu verschaffen. SSM verzichtet dabei auf staatliche Förderung wie Hartz IV, Ein-Euro-Jobs oder andere Zuschüsse. „Wir wollen ohne fremde Hilfe für unseren Lebensunterhalt sorgen“, erklärt Kippe. Was SSM von Zeit zu Zeit dann doch brauche, sei staatliche Unterstützung für den Kauf von Fahrzeugen oder anderen Anschaffungen.
Als Punker das Barmer Viertel in Deutz besetzten, bevor es abgebrochen wurde, vermittelte SSM zwischen ihnen und den Ordnungskräften. Als Ergebnis dessen entstand ein Wohn- und Beschäftigungsprojekt, in dem die Punker nun alte Bauwagen wieder herrichten - einer davon beherbergt jetzt den Waldkindergarten in Brück.
„Von SSM gehen wertvolle Impulse zur lokalen Ökonomie und zur Selbsthilfe aus“, würdigt Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs die Arbeit des Projekts. So beteilige sich SSM aktiv an Planungsprozessen im Stadtbezirk wie zur Entwicklung des alten Güterbahnhofs Mülheim Nord. Andreas Hupke (Grüne), Bezirksbürgermeister der Innenstadt, kennt Kippe seit vielen Jahren: „Als »bunte Liste« waren wir Mitte der 70er Jahre Büronachbarn des SSK.“ Man habe gemeinsam den Abbruch von besetzten Häusern verhindert oder illegal Stromkabel angezapft, um den Erhalt von Häusern zu sichern. Kölns SPD-Chef Jochen Ott lobte SSM für ihr kompromissloses soziales Engagement.
Ich könnte...
16.11.2009 | 19.16 Uhr | Dubesch
... als ehemaliges Mitglied eine andere Geschichte dieses Vereins erzählen. Aber das lasse ich hier lieber, denn ich weiss, dass die Anwälte haben,…
Ich könnte...
16.11.2009 | 19.12 Uhr | Dubesch
...als ehemaliges SSK-Mitglied eine andere Geschichte dieses Vereins erzählen, verzichte aber an dieser Stelle lieber darauf, weil ich weiss, dass…
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