Schriftgröße

Uni-Kliniken

Rund 200 Bäume sollen weichen

Von Marion Eickler, 12.11.09, 16:01h

Ein Gutachten hat ergeben, dass an der Joseph-Stelzmann-Straße gebaut werden darf. Rund 200 Bäume müssen dem neuen Cecad-Labor und dem Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns weichen.

Patientengarten Uniklinik Köln
Bild vergrößern
Der Patientengarten mit seinen alten Bäumen muss den Neubauten weichen. (Bild: Eickler)
Patientengarten Uniklinik Köln
Bild verkleinern
Der Patientengarten mit seinen alten Bäumen muss den Neubauten weichen. (Bild: Eickler)
Lindenthal - Gewissermaßen geknickt wirkten der Leiter der Unteren Landschaftsbehörde, Achim Moers und sein speziell für den Baumschutz zuständiger Kollege Erwin Quinders. Denn sie hatten der Bezirksvertretung Lindenthal eine traurige Mitteilung zu machen: Knapp 200 Bäume werden auf dem Gelände der Uni-Kliniken beiderseits der Joseph-Stelzmann-Straße für den Bau des Cecad-Labors und des Max-Planck-Instituts für die Biologie des Alterns gefällt. Und 107 Bäume werden im Bereich des Patientengartens der Uni weichen müssen, gegenüber auf der anderen Straßenseite weitere 48 für das Bauvorhaben des Cecad-Labors. Darunter bis zu 100 Jahre alte Exemplare. Rund 30 weitere Laubbäume werden für die Anlage von Parkplätzen gefällt. Die Untere Landschaftsbehörde erteilt die entsprechende Genehmigung. „Wir sehen uns dazu gezwungen, weil sonst gravierende Schadensersatzforderungen auf die Stadt zukommen“, so Moers.

Zu Verzögerungen beider Bauvorhaben ist es bereits gekommen, weil die Untere Landschaftsbehörde die Erlaubnis bis jetzt zurückhielt. Für das Cecad-Labor aber liegt bereits eine Baugenehmigung vor. Und für das Max-Planck-Gebäude spricht aus Sicht der Stadt nichts gegen eine Genehmigung. „Wir haben keinen Ermessensspielraum mehr“, so Moers. Roland Schüler (Grüne) versuchte die Verwaltungsfachleute zu trösten: „Sie können ja nichts dafür. Sie haben gute Arbeit gemacht.“ Doch auch das von der Unteren Landschaftsbehörde eingeforderte Gutachten änderte nichts. „Es wurde keine Fledermaus-Population ausgemacht, die ein Fällen der Bäume verhindert hätte“, so Moers. Zwar werden die Baumhöhlen noch darauf hin untersucht, ob sie Vögeln als Bruthöhle dienen. Doch Moers setzt darauf keine große Hoffnung.

Dennoch gibt die Bezirksvertretung den Patientengarten noch nicht auf. Einstimmig forderte sie Akteneinsicht in den Vertrag zwischen Stadt und Universität zur Überlassung von städtischen Grundstücken und deren Nutzung. Schüler erläuterte: „Wir glauben, es handelt sich beim Max-Planck-Institut um ein privates Institut. Das wäre durch den Vertrag nicht gedeckt.“ Doch die Vertreterin des Amts für Wirtschaftsförderung, Claudia Rieck, entgegnete: „Das Institut wird an die Universität angegliedert und ist schon deshalb nicht als privates Institut zu betrachten.“

Die Lindenthaler Grünen, die IG Baum - eine Initiative aus Anwohnern und Beschäftigten der Kliniken zum Erhalt des Gartens - und andere planen für das kommende Wochenende einen Lichterzug rund um den Patientengarten. Damit wollen sie noch einmal gegen die bevorstehende Fällung der Bäume demonstrieren.

 www.ig-baum.de.tt



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


WAS.WANN.WO.


Anzeige


Bildergalerien


Das Musik-Event 2011


Neue ksta.tv-Videos aus Köln


Top-Links (Anzeige)


Serie



Serie



Stadtmenschen Community


Forum


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook